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Libyen zieht Geld aus Schweiz ab

Die libysche Regierung will ihre gesamten Guthaben von Schweizer Banken zurückziehen. Die Schweiz hatte bis zum Donnerstagabend keine offizielle Information über die neuen Retorsionsmassnahmen erhalten.

Notenbankchef Farhat Qadara sagte am Donnerstagabend, sein Land habe alle Guthaben auf Schweizer Banken abgezogen und auf andere Banken in Europa überwiesen.

Zahlen gab Qadara nicht bekannt. Gemäss der letzten verfügbaren Statistik der Schweizerischen Nationalbank lagen Ende 2007 auf Banken in der Schweiz Guthaben aus Libyen in der Höhe von 5,8 Mrd. Franken. Hinzu kamen Treuhandanlagen in der Höhe von 812 Mio. Franken.

Die Bekanntgabe des Abzugs der libyschen Guthaben aus der Schweiz folgte einen Tag auf die Einstellung der libyschen Erdöllieferungen an die Schweiz.

Für die Schweizerische Erdölvereinigung ist der Lieferstopp ärgerlich, aber nicht bedrohlich, wie ihr Geschäftsführer Rolf Hartl sagte. Die Versorgung mit Erdöl in der Schweiz sei dadurch nicht im Geringsten gefährdet.

Zwischen der Schweiz und Libyen kam es zu Spannungen, nachdem ein Sohn von Machthaber Muammar Gaddafi und dessen schwangere Frau Mitte Juli in Genf vorübergehend festgenommen worden waren.

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