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Schweizergarde Der Papst setzt auf Plastik

Die päpstliche Schweizergarde ist eine der bekanntesten militärischen Einheiten der Welt. Sie existiert seit über 500 Jahren. Die Uniform der Gardisten ist alles andere als modern, doch auch im Vatikan geht man zumindest technisch mit der Zeit: Die neue Kopfbedeckung kommt aus dem 3D-Drucker.

Die mittelalterlich anmutenden Rüstungen der Schweizergardisten werden in Österreich von Hand geschmiedet. So war das bisher auch mit den Helmen. Fast zwei Kilo wiegt eine der metallenen Kopfbedeckungen. Doch damit hat es jetzt ein Ende.

Die schwarzen Helme, welche die Gardisten zu Messen und ­feierlichen Empfängen tragen, werden ersetzt. Die neuen Stücke kommen aus einem 3D-Drucker. Gefertigt werden sie in der Schweiz, in der Nähe von Stans. Marcus Risi, der Inhaber der Firma 3D-Prototyp, war an der Entwicklung des Projekts massgeblich beteiligt.

Ein Original aus dem 16. Jahrhundert wurde gescannt, die Daten am Computer nachbearbeitet und schliesslich gedruckt. Inklusive der Nachbearbeitung beträgt die Herstellungszeit für einen der Helme so etwa einen Tag.

Leichter zu tragen – und deutlich günstiger

Das Resultat ist 570 Gramm leicht, UV­-resistent, belüftet und aus Kunststoff. Ein Spielzeug sind sie deshalb nicht, denn dafür sind die High-Tech-Helme zu teuer. Einer der Helme wird auf rund 900 bis 1000 Franken zu stehen kommen. Das ist aber immer noch wesentlich billiger als die in beinahe 130 Stunden geschmiedeten Vorgänger.

Der Drucker schafft die Form in einem Sechstel der Zeit. Bestellt sind für 2019 mehr als 120 Helme. Finanziert wird die Aktion über Spenden. Zur Hauptsache kommt das Geld von privaten Sponsoren und Einzelpersonen.

Am 22. Januar 2019 werden der Schweizergarde anlässlich einer Pressekonferenz in Rom 98 Helme ausgeliefert.

Die Schweizergarde ist die Armee des Vatikans und existiert seit 1506. Sie ist eine Wachtruppe aus Schweizer Soldaten und für den Schutz des Papstes und seiner Residenzen verantwortlich, sowohl in Rom als auch auf Reisen.

Heute besteht die Truppe aus 110 Mann. Gardisten müssen bei Amtsantritt unter 30 Jahre alt sein, die Schweizer Staatsbürgerschaft besitzen, nicht vorbestraft, ledig und römisch-katholisch sein sowie den Dienst in der Schweizer Armee absolviert haben.

Ihre Hellebarde, das Schwert und der Zweihänder sind repräsentativ, für den Ernstfall haben sie auch moderne Waffen. Das Design ihrer heutigen Uniform stammt aus dem Jahr 1914.

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