The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Top Stories
Schweiz verbunden
Podcast
Ein junger Mann mit Mütze und drei Goldmedaillen

Die Woche in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Die Olympischen Spiele waren zweifellos das zentrale Thema der Schweizer Berichterstattung in der vergangenen Woche. Und das aus gutem Grund: Mit Franjo von Allmen ist ein neues Idol des Schweizer Skisports an den Hängen von Bormio aufgetaucht.

Darüber hinaus interessieren sich die Schweizer Medien für zwei juristische Fortsetzungsgeschichten: die Untersuchung zur Tragödie von Crans-Montana und die europäischen Verzweigungen der Epstein-Affäre.

Viel Vergnügen beim Lesen!

Zwei Männer mit einer Schweizer Flagge auf den Schultern von weiteren Männern
Mit Franjo von Allmen (links) als Goldmedaillengewinner und Marco Odermatt mit Bronze wird die Hierarchie im Schweizer Skisport auf den Kopf gestellt. Keystone / Michael Buholzer

Und dann waren es drei! Nachdem er mit der Abfahrt bereits die Königsdisziplin gewonnen hatte, holte Franjo von Allmen Gold in der Team-Kombination und schliesslich auch im Super-G. Der Berner Oberländer Skistar schreibt damit olympische Geschichte. Vor ihm hatten nur zwei Alpine bei denselben Olympischen Spielen drei Goldmedaillen gewonnen, der letzte war der Franzose Jean-Claude Killy im Jahr 1968! Von Allmen ist zudem der erste Skifahrer, der das Double Abfahrt/Super-G schafft, und der erste Schweizer, der sich an Olympia im Super-G durchsetzen konnte.

Die Schweizer Medien würdigten auch den Sieg von Mathilde Gremaud, die ihren zweiten Olympiatitel im Slopestyle gewann. Sie ist die erste Frau, die ihren Titel in dieser sehr technischen und unberechenbaren Disziplin verteidigen konnte. Trotz schwieriger Bedingungen – Verletzung und Weggang ihres Trainers – absolvierte Gremaud einen Lauf, den Fachleute als «einen der schönsten der Geschichte» bezeichnen. Mit vier Olympiamedaillen (zwei Gold, eine Silber und eine Bronze) gehört die Freiburger Skifahrerin zu den erfolgreichsten Freestylerinnen.

Für Marco Odermatt ist die Bilanz dieser Olympischen Spiele hingegen bisher gemischter. Nachdem er in der Abfahrt den vierten Platz erreicht hatte, gewann er anschliessend Silber in der Team-Kombination und Bronze im Super-G. Zwei Medaillen sind natürlich ein Ergebnis, von dem viele Konkurrenten träumen würden. Für den Nidwaldner, der mit dem Status eines Stars und als grosser Favorit nach Italien gekommen war, ist es jedoch bisher ein gemischtes Ergebnis. Ihm bleibt jedoch noch eine Chance auf Gold, im Riesenslalom, der heute Samstag ausgetragen wird.

Die Schweiz erhielt noch eine Medaille, mit der niemand gerechnet hatte: die Bronzemedaille des Obwaldner Skispringers Gregor Deschwanden auf der 90-Meter-Schanze. Nach einer Woche beträgt die Bilanz der Schweizer Delegation sieben Medaillen (4 Gold, 1 Silber, 2 Bronze). Ein zufriedenstellendes Ergebnis, das jedoch noch weit hinter dem Resultat der vorangegangenen Olympischen Spiele in Peking mit fünfzehn Medaillen zurückliegt (7 Gold, 2 Silber, 6 Bronze).

Ein Mann und eine Frau, eingeklemmt in Menschenmassen
Die Ankunft des Ehepaars Moretti zu seiner Anhörung wurde zum Spiessrutenlauf: Es musste sich durch Horden von Presseleuten und wütenden Angehörigen von Opfern zwängen. Keystone / Alessandro Della Valle

Die Berichterstattung über die Tragödie von Crans-Montana ist in den Schweizer Medien nach wie vor täglich präsent. Diese Woche wurden die ehemaligen Sicherheitsbeauftragten sowie das Ehepaar Moretti angehört. Ausserdem ereignete sich ein harmloser, aber symbolträchtiger Vorfall: Das Denkmal zu Ehren der Opfer wurde durch eine brennende Kerze zerstört.

Im Fokus der Untersuchungen standen diese Woche die Gründe für die fehlenden Kontrollen in der Bar «Le Constellation». Dazu wurden die Sicherheitsverantwortlichen von Crans-Montana angehört. Seit 2019 wurde keine Kontrolle mehr durchgeführt, obwohl das kantonale Gesetz eine jährliche Inspektion für öffentlich zugängliche Einrichtungen vorschreibt. Ein Personalmangel und ein IT-Chaos, das auf einen psychisch erkrankten Informatiker zurückzuführen ist, erklären die Mängel teilweise. Die Software zur Generierung der periodischen Kontrollen war im gesamten Kanton Wallis ausser Betrieb.

Später in der Woche richtete sich die Aufmerksamkeit erneut auf das Besitzerehepaar der Bar. Es wird der fahrlässigen Tötung, der fahrlässigen Körperverletzung und der fahrlässigen Brandstiftung verdächtigt. Die Anhörung von Jacques und Jessica Moretti begann in einem emotional sehr angespannten Klima. Bei ihrer Ankunft wurden sie von Angehörigen der Opfer beschimpft. Das Paar erklärte, seine Verantwortung übernehmen zu wollen, prangerte aber gleichzeitig gewisse unbegründete mediale Anschuldigungen an.

Am Mittwoch kündigte der Bundesrat an, bis Ende des Monats ein dringliches Gesetz vorzubereiten, das darauf abzielt, die Opfer der Tragödie finanziell zu unterstützen. Diese Bundeshilfe, deren Höhe noch nicht beziffert wurde, soll die bereits getroffenen Massnahmen des Kantons Wallis und der Versicherungen ergänzen. Angesichts des Ausmasses des Dramas werden diese als unzureichend eingestuft. Die Regierung will einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu den Unterstützungsleistungen garantieren und erwägt auch runde Tische zwischen Opfern, Behörden und Versicherern, um langwierige Verfahren zu vermeiden.

Personalakte einer Frau
Mit Ghislaine Maxwell hatte die UBS nicht die einfachste Kundin in Sachen Reputation. Copyright 2026 The Associated Press. All Rights Reserved.

Die «Epstein Files» sind nach wie vor ein Thema, das die Medien stark interessiert. Es wird immer deutlicher, dass sich diese Affäre nicht auf die Vereinigten Staaten beschränkt, sondern zahlreiche Verzweigungen in Europa hat. Frankreich stand diese Woche im Zentrum des Sturms, als Jack Lang, ehemals Kulturminister von François Mitterrand, «eingeladen» wurde, den Vorsitz des «Institut du monde arabe» aufzugeben. In der Schweiz sind die Nachwehen des Skandals (noch) nicht spürbar, auch wenn indirekte Verbindungen allmählich sichtbar werden.

So ist die Grossbank UBS durch ihre Beziehung mit Ghislaine Maxwell in die Affäre verwickelt. US-Dokumente zeigen, dass die UBS mehrere Konten für jene Frau eröffnete und führte, die als Hauptkomplizin von Jeffrey Epstein gilt – trotz Warnungen anderer Institute und sogar nach der Verhaftung des Sexualstraftäters.

Zwar wurde keine Straftat festgestellt, diese Praktiken werfen jedoch Fragen zum Risikomanagement und zur internen Sorgfaltspflicht der grössten Schweizer Bank auf.

Die Enthüllungen der letzten Tage zeigen, dass die Schweiz als aktives Glied im Netzwerk von Epstein erscheint – durch regelmässige Kontakte in Zürich, Genf und Verbier, wozu auch die Finanzierung von Aufenthalten junger Frauen und zweifelhafte Vermittlungen gehörten. Sie beleuchten auch die Verbindungen des Finanziers zu Persönlichkeiten des Schweizer Finanzplatzes. Dies sind allesamt Elemente, die ein erhebliches Reputationsrisiko für den Schweizer Finanzsektor darstellen.

Ein Medikamentenspender
Die Statistiken zeigen, dass die Generation Z nicht häufiger als andere dazu neigt, sich am Montag oder Freitag krankschreiben zu lassen. Keystone / Gaetan Bally

Es gibt Dinge, die man zwar denken kann, die man aber besser nicht in der Öffentlichkeit äussert, da man sonst Gefahr läuft, eine Welle negativer Reaktionen auszulösen. Genau das ist kürzlich mit einem Stellenangebot passiert, das Bewerbungen einer ganz bestimmten Bevölkerungsgruppe ausdrücklich ausschloss.

Die Anfang Januar auf einer Stellenplattform veröffentlichte Anzeige eines Zürcher Unternehmens suchte eine Teamleiterin oder einen Teamleiter im Bereich Spitex. In der Anzeige wurden jedoch Personen der Generation Z, also jene, die zwischen Mitte der 1990er-Jahre und 2010 geboren wurden, ausdrücklich ausgeschlossen. Es wurde präzisiert, dass das Unternehmen keine Person mit einer «Montags- oder Freitags-Arztzeugnis-Mentalität» wünsche.

Die Polemik in der Deutschschweiz war gross: Medien, Fachleute und junge Menschen prangerten eine eklatante Altersdiskriminierung an. Die 25-jährige Unternehmerin Yaël Meier bezeichnete die Anzeige als «schockierend» und begründete dies mit unbegründeten Vorurteilen gegenüber den unter 30-Jährigen.

Diese Affäre hat die Debatte über die Arbeitsmoral der «Gen Z» neu entfacht. Während einige Arbeitgeber ihnen einen Mangel an Stressresistenz vorwerfen, zeigen die Daten, dass die Abwesenheit in allen Altersgruppen zunimmt und die Jungen nicht weniger, sondern anders arbeiten: Sie suchen vermehrt nach Sinn und guten Arbeitsbedingungen.

Eine Person, deren Gesicht hinter einer Maske als Kopfsalat versteckt ist
Die Luzerner Fasnacht dauert noch bis Anfang nächster Woche. Keystone / Philipp Schmidli

Die kommende Woche

In der kommenden Woche gehen die Olympischen Winterspiele weiter. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Schweizer Delegation noch einige Erfolge verbuchen kann. Besonders zu beachten ist der Riesenslalom mit Favorit Marco Odermatt an diesem Samstag.

Auf wirtschaftlicher Ebene wird die Woche von der Bekanntgabe der Ergebnisse 2025 mehrerer grosser Unternehmen geprägt sein, darunter Coop, die Migros Bank, Sunrise oder auch Glencore.

Auf kultureller Ebene wird die Woche vom Start oder der Fortsetzung mehrerer Fasnachten geprägt sein, namentlich in den Städten Luzern und Freiburg.

Meistgelesen
Swiss Abroad

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft