Heute in der Schweiz
Liebe Schweizer:innen im Ausland
Ich arbeite eigentlich in einer ruhigen Ecke der Stadt. Heute habe ich mich mal auf die Geräusche geachtet. Über den Tag verteilt waren das Presslufthammer, Waschmaschinen, Kirchenglocken und spanischsprachige Tourist:innen. Die Klangkulisse liest sich nun völlig überfordernd – aber für sich genommen war sie ganz angenehm. Manchmal war es leise genug für den Wind.
Was hören Sie, während Sie diese Zeilen lesen?
Herzliche Grüsse
Spa-Hotels und die gesamte Hotelbranche spüren die hohen Energiepreise und fürchten die Massnahmen im Ernstfall einer Stromlücke.
Die Nachricht klingt wie aus Zeiten von Anbauschlacht und Plan Wahlen – aber mit modernster Technologie: Auf dem früheren Tennisplatz des Spa-Hotel Hannig in Grächen stehen nun 200 Solarpanels, die Strom produzieren, um den enormen Bedarf des Hotels zu decken.
Hallenbäder, Whirlpools, Dampfbäder – bis vor kurzem war das allenfalls ein Thema für die Lifestyle-Seite. Doch jetzt ist das Stoff für eine lesenswerte Inlandreportage der NZZ. Denn das Hotel Hannig zahlt bis zu zehnmal mehr pro Kilowattstunde als vor ein paar Monaten.
Die gestiegenen Energiepreise bringen gemäss dem Verband Hotellerie Suisse jedes zweite Hotel in der Schweiz in Schwierigkeiten. Derweil zeigt sich der Verbandspräsident Andreas Züllig überzeugt, dass niemand mehr komme, falls die Hotels gezwungen sind, auf maximal 19 Grad Celsius zu heizen. Züllig fordert für den Ernstfall vom Staat Kredite und einfachen Zugang zu Kurzarbeit.
- Die NZZ-Reportage aus Grächen lesen Sie hierExterner Link (Paywall).
- Der Bericht vom SRF-RegionaljournalExterner Link Ostschweiz-Graubünden.
- Der swissinfo.ch-Erklärartikel zu den Massnahmen angesichts der drohenden Energiemangellage.
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SVP-Bundesratskandidatin ist doch Britin – ein Durcheinander um die doppelte Staatsbürgerschaft
Noch vor einem Monat klickte an vielen Tagen keine einzige Person auf den Wikipedia-Artikel der Nidwaldner SVP-Regierungsrätin und Bundesratskandidatin Michèle Blöchliger. Doch gestern und vorgestern waren es plötzlich je um die 3000 und Zugriffe heute werden die Zahlen wohl nochmals vierstellig.
Der Grund: Blöchliger sagte am Wochenende, anders als auf ihrer Wikipedia-Seite vermerkt, habe sie nicht die britische Staatsbürgerschaft. Diese Aussage war, wie Blöchliger bei ihrer Entschuldigung selbst sagte, falsch. Blöchliger ist Schweizerin und Britin. Bis vor kurzer Zeit stand ihre britische Bürgerschaft auch noch auf ihrer eigenen Webseite.
Das Geschehen findet vor dem Hintergrund statt, dass die SVP politisch den doppelten Staatsbürgerschaften kritisch gegenübersteht. Bis heute stellten sich vier Kandidat:innen für den frei werdenden Sitz vom abtretenden Bundesrat Ueli Maurer auf: Neben Blöchliger sind das die Berner SVPler Albert Rösti und Werner Salzmann, sowie der Zuger Heinz Tännler. Doch noch immer ist das Kandidatenfeld offen und neue Kandidaturen werden bekannt, so wie heute jene des Zürcher Rechtsprofessor und früheren SVP-Nationalrat Hans-Ueli Vogt.
- Lesen Sie bei BLICKExterner Link Michèle Blöchliger stolpert über doppelte Staatsbürgerschaft.
- Der WikipediaExterner Link-Artikel, der zwischenzeitlich mehrfach angepasst worden ist.
- Der Bericht von CH MediaExterner Link von der Medienkonferenz von Hans-Ueli Vogt
Wenn «Wild» draufsteht und kein Wildfleisch drin ist.
Das SRF-Konsumentenmagazin Espresso berichtet über Schweinsbratwürste beim Schweizer Detailhändler Migros, auf deren Verpackung «Wild» steht. SRF nennt dies einen «Etikettenschwindel-Kandidaten«. Wenn auf einem Produkt «Poulet» steht, könne man schliesslich sicher sein, dass Hühnerfleisch drin ist. Die Bratwurst enthält kein Reh, Hirsch oder Wildschwein.
Ein Sprecher der Migros erklärt: «Die Verpackung trägt das Design unserer Herbstprodukte. Einerseits und hauptsächlich sind das Wildprodukte, aber auch andere Sachen, die man im Herbst gerne isst.» Auf der Etikette ist dann auch ersichtlich, dass es sich um Hausschwein handelt.
Der Radiohörer, der den Fall an SRF herangetragen hat, fand die Wurst aber immerhin fein. Sie sei geschmacklich wunderbar.
- Hier hören Sie den Beitrag von SRFExterner Link zum Thema.
- Vom Vegi-Sandwich, das Fisch enthält, bis zum Erdbeersnack mit 1% Erdbeeren: Eine Übersicht über die kleinen und grösseren Fälle von Etikettenschwindel in der Schweiz von SRFExterner Link.
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Erst zum zweiten Mal geht der Deutsche Buchpreis an ein:e Schweizer:in.
Es ist erst das zweite Mal überhaupt: Der Deutsche Buchpreis geht an ein:e Schweizer Autor:in. Ganze zwölf Jahre hat Kim de l’Horizon auch am Debütroman «Blutbuch» gearbeitet, der diesen Sommer erschienen ist.
Das «Blutbuch» sei, so heisst es auf der Seite des Verlags, «eine Lektüre, die an der Körperwahrnehmung und an den eigenen Gewissheiten rüttelt». Im «Blutbuch» forscht die Erzählstimme nach dem Empfinden im queeren, nonbinären Körper und nach der weiblichen Blutlinie über die Mütter. ZEIT Online spricht von einem «hochinteressanten» Buch, das man auch als Literatur und nicht nur wegen gesellschaftspolitischen Debatten lesen und anerkennen sollte.
Bei der Verleihung an der Frankfurter Buchmesse hat die Autor:in den Preis dem Protest und Widerstand der Frauen im Iran gewidmet.
- Lesen Sie hier das SRFExterner Link-Interview mit Kim de l’Horizon nach der Verleihung.
- Die Einordnung von Zeit OnlineExterner Link.
- Der VideoausschnittExterner Link der Dankesrede.
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