

Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
In Schweizer Städten konsumieren Süchtige auf öffentlichen Plätzen die harte Droge Crack. Selbst Präventionsfachleute sind überrascht. Erinnerungen an die öffentlichen Drogenszenen aus den 1980er- und 1990er-Jahre, als Heroin dominierte, kommen auf.
Beste Grüsse aus Bern

Nicht nur in Genf, Zürich, Bern und Basel, sondern auch in kleineren Städten wie Vevey, Solothurn, Brugg und sogar Chur rauchen Menschen öffentlich Crack.
Europa wird schon länger mit sehr reinem Kokain geflutet. Die Preise auf der Strasse sind auf Tiefstand. Präventionsfachleute haben schon länger vor den Folgen gewarnt.
Diese sind jetzt klar sichtbar: Auch in Schweizer Städten rauchen Süchtige Crack – in aller Öffentlichkeit. War die Ursache des öffentlichen Drogenelends in den 1980er- und 1990er-Jahren noch Heroin gewesen, ist es jetzt also das Kokain.
«So etwas hat es noch nie gegeben», sagt Frank Zobel, der einen Bericht über die Crack-Schwemme in Genf verfasst hat. «Das Angebot hat sich innert eines Jahres verdoppelt», sagt Nicolas Dietrich, Beauftragter für Suchtfragen des Kantons Freiburg.
Was auch neu ist: Die Süchtigen müssen das Crack nicht mehr selber «kochen», sondern kaufen es konsumfertig vom Dealer.
Die harte Droge macht nicht nur schnell süchtig, sondern auch viele Konsumierende aggressiv. Das stellt die Fachleute an der Front teils vor grosse Probleme.
Was tun? In Zürich, Bern und Lausanne prüfen die Behörden die Möglichkeit eines regulierten Verkaufs von Kokain.
- Crack-Schock in Schweizer Städten – SWI-Beitrag, ursprünglich erschienen in der Schweizer Revue.
- Die Schweiz: Unverdächtiger Knotenpunkt im internationalen Kokainhandel – SWI-Hintergrund von Luca Beti zur aktuellen Eskalation.
- «Die Verfügbarkeit von Kokain in der Schweiz ist beispiellos» – Lucas Interview mit dem Suchtexperten Frank Zobel.
- Seit 30 Jahren gibt es in der Schweiz Drogen auf ärztliches Rezept – Agenturbericht Keystone SDA.

Mehr
Höheres Suchtrisiko bei Jugendlichen: Braucht es mehr Verbote?
Gleich noch dies: Wir von SWI swissinfo.ch interessieren uns für Ihre Meinung zu unserem Angebot. Wir möchten gerne wissen, wie gut Sie SWI swissinfo.ch und unsere Produkte kennen, und wie Sie diese nutzen und bewerten. Machen Sie deshalb mit bei unserer UmfrageExterner Link, die nur ca. 10 Minuten dauert. Vielen Dank!

Überraschungscoup: Die Schweizerische Nationalbank senkt die Zinsen.
Thomas Jordan, der oberste Notenbanker der Schweiz, hat vor seinem Abgang im Herbst alle überrascht – mit einer Zinssenkung.
Beobachter:innen hatten erst für Sommer mit einem solchen Schritt gerechnet.
Für Mieter:innen bedeuten tiefere Zinsen nicht zwingend tiefere Mieten. Solche könnten sie allenfalls im Herbst einfordern. Immerhin dürfte eine weitere Mietzinserhöhung vom Tisch sein.
Klare Gewinner sind die Wohneigentümer:innen, die von tieferen Hypothekarzinsen profitieren.
Wer hofft, dass mit den tieferen SNB-Leitzinsen auch die Preise in den Läden sinken, wird allerdings enttäuscht.
- Was der SNB-Leitzinsentscheid für dich bedeutetExterner Link – Blick.
- Diese konkreten Folgen hat die Zinswende der NationalbankExterner Link – SRF News.
- Bringen die Zentralbanken die Inflation wieder unter Kontrolle? – der SWI-Geldcast von Fabio Canetg.

Wie ergeht es Laura Münger, die seit letztem Sommer in der Demokratische Republik Kongo lebt?
Im letzten Sommer ist Laura Müller mit ihrer jungen Familie vom Berner Jura in die Demokratische Republik Kongo aufgebrochen, wo sie im westkongolesischen Kasangulu seit 2016 eine Schule aufgebaut hat.
Diese zählt mittlerweile knapp 650 Kinder. Sie ist für die Verwaltung zuständig, ihr Ehemann Jean für Unterhalt, Einrichtung und Sicherheit.
Die beiden Söhne konnte sie nicht in ihre eigene Schule schicken. Der Grund: «Die Jungs wurden von der Neugier der Schüler ihnen gegenüber etwas überrumpelt», erzählt Laura Münger. Als einzige weisse Schulkinder hätten sie ziemlich unter Beobachtung gestanden.
Ansonsten haben sich die Müngers an das Leben in einem der ärmsten Länder angepasst: Stromausfälle, kalte Duschen, Überschwemmungen und sogar die Mangowürmer haben sie im Griff.
Was der Mutter jedoch Sorgen macht: Sie fragt sich, ob sie mit dem Kongo-Abenteuer die Zukunft ihrer beiden Söhne verbaue. Deshalb prüft sie, den Nachwuchs in eine internationale Schule zu schicken.
- Von Bern in den Kongo: Auswandererleben zwischen Freiheit und HeimwehExterner Link – der Bund (Paywall).
- Der Ananaskönig ist tot: Das wilde Leben von Johann Dähler – SWI-Kuratierung eines SRF-Beitrags.
- Afrikas Gesicht in der Schweiz – Bericht aus dem SWI-Archiv von 2012.

Er hat es geschafft, mit einer ungewöhnlichen Geschäftsidee an einem ungewöhnlichen Ort: Orlando Bassi.
In Indonesien lässt der gebürtige St. Galler von knapp 250 Angestellten Perücken für die Filmbranche herstellen. In Handarbeit und mit hohem Qualitätsbewusstsein.
Das Geschäft in der Marktlücke brummt. Zwar darf er die Filme und Serien aus rechtlichen Gründen nicht nennen, in denen die Stars künstliche Haarpracht aus seinem Hause tragen. Darunter ist, so ist durchgesickert, auch der Kinohit Barbie.
Weil die Filmbranche das Label Made in Switzerland schätzt, hat der Unternehmer noch weitere Firmen gegründet, so für Make-up, künstliche Körperteile bis hin zu Ungeheuern für Horrorfilme.
Mit der Schweiz, die er vor 20 Jahren verlassen hat, verbinden Bassi noch die Familie, Freundinnen und Freunde und die Landschaft. Aber für ihn kann es auch zu gut funktionieren. Es werde dann ganz schnell langweilig, so dass er gern wieder heim nach Indonesien reist.
- Hollywoods beste Perücken – ein Schweizer liefert sie aus Bali – der Bericht von SWI-Kollegin Janine Gloor.
- Freihandelsabkommen: Ja-Nein entlang des Röstigrabens – SWI-Bericht über die Volksabstimmung über das Freihandelsabkommen mit Indonesien von 2021.
- Der Streit um das indonesische Palmöl – SWI-Artikel von 2021.

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards