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Privatjets am Flughafen

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Ab Montag werden eine Rekordzahl an Staatschefs sowie zahlreiche Topmanager ans Weltwirtschaftsforum nach Davos kommen. Eine Auswertung von Greenpeace zeigt: Immer mehr treten die Reise im Privatjet an – vor allem innerhalb Europas.

Zudem widmen wir uns im heutigen Briefing den Fragen, warum die Kaufkraft in der Schweiz trotz wachsendem Wohlstand sinkt, und wie ein Schweizer Meme den Weg in ein Kartenspiel gefunden hat.

Gute Lektüre!

Armeeangehörige bereiten das WEF vor
Bis zu 5000 Armeeangehörige stehen am WEF im Einsatz. Keystone / Gian Ehrenzeller

Ab Montag werden eine Rekordzahl an Staatschefs sowie zahlreiche Topmanager ans Weltwirtschaftsforum nach Davos kommen. Immer mehr treten die Reise im Privatjet an.

Laut einer Auswertung von Greenpeace nehmen Privatjet-Flüge rund um das jährliche WEF zu. So stieg die Zahl der zusätzlichen Privatflüge an den Flughäfen um Davos letztes Jahr um zehn Prozent im Vergleich zu 2024. Die meisten Flüge waren innerhalb Europas, etwa 70 Prozent der Strecken würden sich innerhalb eines Tages mit dem Zug absolvieren lassen. Angeführt wird die Liste der Anflüge ans WEF von Frankreich (20 Prozent), gefolgt von Grossbritannien (13 Prozent) und Deutschland (12 Prozent).

Bei den Zeitungen von CH Media standen heute auch die knapp 5000 Armeeangehörige im Fokus, die am WEF im Einsatz stehen. Diese erhielten kürzlich einen angeblichen Mobilisierungsbefehl per SMS, verknüpft mit einem Link zu weiteren Informationen. Auf den Link geklickt, wurde schnell klar: Es handelte sich um einen Phishing-Test des Kommando Cyber der Schweizer Armee. Wie viele Armeeangehörige den Link aktiviert haben, sei noch nicht ausgewertet.

«Wir stellen fest, dass die Sensibilisierung der Armeeangehörigen bereits hoch ist, was Cybergefahren anbelangt», sagt Lorena Castelberg, Sprecherin des Kommando Cyber gegenüber CH Media. «Trotzdem sind regelmässige Ausbildungen notwendig, weil sich die Angriffsformen permanent weiterentwickeln – etwa über KI.»

Trauerkerzen am Boden
«Niemand soll durch das Netz der bestehenden Hilfsangebote fallen», sagt der Bundesrat. Copyright 2026 The Associated Press. All Rights Reserved

Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana erhalten die Familien der 40 Todesopfer sowie 116 Verletzten jeweils 10’000 Franken Soforthilfe vom Kanton Wallis. Das hat die Kantonsregierung gestern beschlossen.

Ziel sei, den Betroffenen mit möglichst wenig Verwaltungsaufwand zu helfen. Auch der Bundesrat sichert den Betroffenen seine Unterstützung zu: «Niemand soll durch das Netz der bestehenden Hilfsangebote fallen», schreibt er in einer Medienmitteilung. 

Gestützt auf das Opferhilfegesetz erhalten die Opfer und ihre Angehörigen laut Bundesrat bereits jetzt Soforthilfe von den kantonalen Opferhilfestellen, etwa für medizinische Transportkosten oder den Selbstbehalt bei den Krankenversicherungen. Auch ausländische Staatsbürger werden durch dieses Gesetz entschädigt.

Allerdings sei noch unklar, ob das geltende Versicherungs- und Opferhilfesystem für eine Katastrophe dieses Ausmasses ausreichend sei, weshalb die Landesregierung dem Parlament nötigenfalls Finanzmittel beantragen will. Wie und unter welchen Voraussetzungen die Finanzmittel des Bundes eingesetzt werden können, werde bis Ende Februar 2026 geprüft.

Banknoten im Portemonnaie
Haushalte im einkommensschwächsten Zehntel der Bevölkerung müssen rund 82 Prozent ihres Einkommens für Grundbedürfnisse aufwenden Keystone / Gaetan Bally

Zwar ist der Wohlstand in der Schweiz gestiegen, dies ist allerdings nicht für alle spürbar. Zudem treffen die Entwicklungen der letzten Jahre die Bevölkerung je nach Einkommensschicht und persönlicher Situation unterschiedlich stark.

Die Daten des Bundesamts für Statistik zeigen ein eindeutiges Bild: Soweit sie zurückreichen, erzielte jede neue Generation in jedem Altersjahr ein deutlich höheres inflationsbereinigtes Einkommen als ihre Vorgänger.

Ein Grund, weshalb sich die Gegenwart trotz gestiegener Kaufkraft nach Rückschritt anfühlt, sei die historische Zäsur seit der Pandemie, schreibt der Tages-Anzeiger. Zum ersten Mal in der Nachkriegszeit sanken die Reallöhne drei Jahre in Folge. Das tiefere Problem würde allerdings bei den Ausgaben liegen. Unter anderem machen Krankenkassenprämien den Haushalten mit knappen Einkommen zu schaffen.

Zudem haben Forschende der Universität Bern berechnet, dass Haushalte im einkommensschwächsten Zehntel der Bevölkerung rund 82 Prozent ihres Einkommens für Grundbedürfnisse wie Wohnen, Gesundheit und Güter des täglichen Bedarfs aufwenden müssen.

Neben den harten Zahlen würde auch die Wahrnehmung eine Rolle spielen, schreibt der Tages-Anzeiger. Die Ansprüche sind mit zunehmendem Wohlstand gewachsen: mehr Wohnfläche pro Person, die Standards sind höher und auch die Freizeit wird oft mit teuren Dienstleistungen verknüpft.

Portätfoto der Familie Schönbächler mit Mona Vetsch
Die Familie Schönbächler wurde von der SRF-Dok-Serie «Auf und davon» besucht – und erlangte Kultstatus. SRF «Auf und davon»

«Richi, I ha gseit, du söusch di guet häbe!» Einige unserer deutschsprachigen Leser:innen kennen wohl diesen Satz. Nun haben zwei Studenten ein Kartenspiel über das bekannte Schweizer Meme entwickelt.

Zur Erklärung für alle Französisch-, Italienisch- und Englischsprechenden: Gefallen ist der Satz in der SRF-Dok-Serie «Auf und davon», die Auslandschweizer:innen in ihrer neuen Heimat besucht. Vor 16 Jahren stand die Familie Schönbächler im Fokus der Serie. Was als unschuldige Szene begann – Sohn Richi wollte aus dem Bagger, Vater Hermann half ihm dabei – endete in einem Stück Deutschschweizer Kulturgut. Richi hielt sich anscheinend nicht gut fest, fiel herunter, Vater Hermann ruft: «Richi, i ha gseit, du söusch di guet häbe!»

Nachdem die Stubete Gäng bereits einen Song zu dieser Szene produziert hat, legen nun zwei Basler Studenten nach. Mitte Dezember brachten sie ihr Kartenspiel «Richi» auf den Markt.  Ziel ihres Spiels: Richi soll nicht vom Bagger fallen.

Das Spiel soll für jede und jeden sein, sagen die Entwickler Leon Schüep und Florens Moor gegenüber der bzBasel. Nicht nur taktisches Überlegen sei gefragt, um Richi auf dem Bagger zu halten, sondern auch viel Glück. Hermann und Richi Schönbächler, die beiden Protagonisten des Spiels, wissen noch nichts davon. Doch Schüep und Moor haben vor, sie zu kontaktieren.

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