2000 – ein Unwetterjahr
Im Jahr 2000 haben Unwetter in der Schweiz besonders stark gewütet. 20 Menschen kamen dabei um, der Schaden belief sich auf rund 730 Mio. Franken. Betroffen waren vor allem die Kantone Wallis und Tessin.
Das Jahr 2000 geht als aussergewöhnliches Jahr in die Geschichte ein: Mit 20 Toten forderte es die meisten Unwetteropfer seit Beginn des 20. Jahrhunderts, werden die 21 Opfer des Canyoning-Unglücks im Jahr 1999 ausser acht gelassen. Dies teilte die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL am Freitag (27.07.) mit.
Hohe Schäden
Auch die Schäden beliefen sich auf ein Mehrfaches des Durchschnitts der letzten 29 Jahren, der 215 Mio. Franken beträgt (ohne Berücksichtigung der Teuerung). Das letzte Jahr ist damit seit 1972 das drittschwerste «Unwetterjahr». Übertroffen wurde es einzig von den Jahren 1987 und 1993.
Wallis und Tessin besonders betroffen
Das folgenschwerste Ereignis spielte sich am 14. und 15. Oktober im Wallis und Tessin ab. Das von intensiven Niederschlägen verursachte Hochwasser führte zu Schäden in der Höhe von rund 670 Mio. Franken. 16 Menschen kamen dabei ums Leben, Tausende von Personen mussten evakuiert werden. In den beiden Kantonen fiel im Oktober das zwei- bis dreifache der normalen Niederschlags-Mengen.
Im Kanton Wallis hinterliessen die Unwetter vor allem in Gondo, Baltschieder und Stalden-Neubrück ein Bild der Verwüstung. In Gondo wurde ein Drittel des Dorfes zerstört, 13 Menschen fanden den Tod. Im Tessin stieg der Lago Maggiore auf einen seit 1868 nie mehr registrierten Pegelstand.
Gewitter und Regenfälle
Neben dem Oktober-Hochwasser verursachten im Jahr 2000 zwei Sommergewitter im Juni sowie intensive und andauernde Niederschläge im August und November weitere Schäden.
Seit 1972
Die Abteilung Wasser-, Erd- und Felsbewegungen an der WSL sammelt seit 1972 systematisch Meldungen über Unwetterschäden. Die Erhebungen stützen sich insbesondere auf Meldungen von rund 550 schweizerischen Zeitungen. Der jährliche Unwetterbericht erfasst Schäden als Folge von starken Gewittern, Dauerregen und starker Schneeschmelze.
swissinfo und Agenturen
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