
Gebrauchte Einweg-Brillen für Sonnenfinsternis in Madagaskar

Rund 8'000 bei der Sonnenfinsternis 1999 in der Schweiz gebrauchte Einweg-Spezialbrillen werden nach Madagaskar verfrachtet. Die Brillen waren von Optikergeschäften gesammelt worden. Die Aktion stösst bei Hilfsorganisationen und beim Optikerverband auf Kritik.
Die Bewohnerinnen und Bewohner Madagaskars werden am 21. Juni Augenzeugen einer Sonnenfinsternis. Die Sammelaktion für die Brillen mit Kartonrahmen und alubedampften Plastikgläsern war nach der letzten Sonnenfinsternis auf der nördlichen Hemisphäre angelaufen, wie visus, eine Vereinigung von Optiker-Geschäften, am Montag (21.05.) mitteilte.
«Schrott aus Industrienationen»
Hilfsorganisationen und der Optikerverband beäugten die Sammlung indessen skeptisch. Hilfswerke erinnerten daran, dass Augenleiden in der Dritten Welt mit wenig Aufwand und Kosten gelindert werden können. Die Armen sollten nicht mit Schrott aus den Industrienationen beliefert werden.
Seitens des Optikerverbands war bemängelt worden, dass die Schutzwirkung der Brillen mit der Zeit abnimmt. Zudem seien die Einweg-Brillen nach Gebrauch vielleicht zerkratzt und somit unbrauchbar. Alle gesammelten Augenschutz-Vorrichtungen auf Schäden zu untersuchen, sei allzu aufwändig.
swissinfo und Agenturen

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch