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Höhlen-Drama: Kein Kontakt, Rettungsarbeiten fortgesetzt

Die Rettungsteams haben die Hoffnung nicht aufgegeben und pumpen weiterhin Wasser aus der überfluteten Höhle. Keystone

Im französischen Jura arbeiten sich Rettungsteams Meter für Meter in der überfluteten Höhle "Bief Parrou" voran. Sieben Schweizer Studierende und ihr Führer sind darin seit Mittwoch (16.05.) eingeschlossen, bisher fehlt jedes Lebenszeichen von ihnen.

Am Unglücksort in Goumois im französischen Departement du Doubs, nahe der Schweizer Grenze, waren am Donnerstag (17.05.) über 200 Polizisten, Taucher und Feuerwehrleute im Einsatz. Die Helfer vergrösserten den Zugang zur Höhle mit Sprengungen, um zu den Eingeschlossenen vorzudringen. Ausserdem wurde Wasser abgepumpt, um den Pegelstand in der Höhle zu senken. Zwei Tauchern gelang es am Abend erstmals, tiefer in die Grotte vorzudringen.

Bei den eingeschlossenen fünf Männern und drei Frauen handelt es sich um sieben Studierende der Hochschule für Soziale Arbeit Zürich und ihrem Führer. Sie waren am Mittwochabend (16.05.) in die Höhle eingestiegen und vom plötzlichen Wasseranstieg überrascht worden. Der Wasseranstieg wurde durch heftige Regenfälle verursacht.

Hoffnung…

Bei einer Wassertemperatur von 8 bis 10 Grad bestehe die Gefahr eines Todes durch Unterkühlung. «Ihre Überlebenschancen liegen bei etwa zwei Stunden, wenn sie bis zur Taille in diesem eiskalten Wasser stehen», sagte ein Retter. Die Retter hoffen, dass sich die Höhlengänger in eine trockene Kaverne retten konnten. Die Studenten seien unerfahren und nicht richtig ausgerüstet, wurde weiter berichtet.

… und Kritik

Thomas Arbenz, der Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Höhlenforschung, erklärte gegenüber swissinfo, er sei persönlich der Ansicht, die Gruppe habe leichtsinnig gehandelt, in die Höhle einzusteigen. Es sei bekannt, dass gerade die Jura-Höhlen sehr schnell auf Niederschläge reagieren – und Regen sei ja von den Meteorologen vorausgesagt worden. Zudem habe es bereits in den letzten Wochen viel geregnet.

«Kein Adventure-Angebot»

Laut Angaben des Korrespondenten von swisssinfo sind unterdessen die die Familien der Eingeschlossenen vor Ort eingetroffen. Sie würden psychologisch betreut.

Die Studierenden belegten die Höhlen-Tour im Rahmen ihrer Hochschul-Ausbildung bei der Firma Altamira aus Bettingen. Die Firma bietet nach eigenen Angaben seit 1994 Touren an. Wie ihr Geschäftsführer, Valentin Vonder Mühll, im Nachrichtenmagazin 10 vor 10 von SF DRS betonte, habe seine Firma nie Adventure-oder Extremtouren angeboten, sondern arbeite im erlebnis-pädagogischen Bereich.

swissinfo und Agenturen

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