Milzbrand Schweiz verdoppelt ihre Antibiotika-Reserven
Der Bund reagiert auf die Anthrax-Attacken in den USA und die Milzbrand-Alarme in der Schweiz: Er verdoppelt seine Antibiotika-Reserven. Im Hinblick auf eine allfällige biologische Bedrohung aktualisiert er zudem sein Schutzkonzept.
«Wir haben unsere Antibiotika-Reserven verdoppelt, um für alle Fälle gewappnet zu sein», bestätigte Lorenz Hess, Sprecher des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), am Montag eine Nachricht der Westschweizer Tageszeitung «Le Temps».
Wegen der Milzbrand-Alarme von letzter Woche in der Schweiz – die sich alle als falsch herausgestellt haben – wird auch das Sicherheitskonzept der Schweiz aktualisiert. Eine Expertengruppe des Bundes überarbeite zur Zeit das bestehende Schutzkonzept für Chemie-Unfälle und passe es an biologische Bedrohungen an, so Hess.
Impfstoff gegen Milzbrand
Der Bund prüfe zudem die Einführung eines Impfstoffes gegen Milzbrand, bestätigte Hess einen Artikel der «Sonntagszeitung». In den Vereinigten Staaten gibt es bereits einen Anthrax-Impfstoff, den die US-Army benutzt.
Bevor ein solcher Stoff importiert werde, sei aber eine Reihe von Fragen zu klären. So müsse definiert werden, wer die Zielgruppe sei, welche Menge es brauche, was für Nebenwirkungen zu erwarten seien und wie hoch die Kosten seien, sagte Hess.
Der Bund prüft angesichts der verbreiteten Angst vor Bioterrorismus auch, ob er ein Sicherheitslabor einrichten soll. Dieses wäre gesamtschweizerisch zuständig für Nachforschungen im Zusammenhang mit biologische Waffen.
Gemäss einer Arbeitsgruppe des Bundes sollen die Kompetenzen des Labors Spiez erweitert werden. Zur Diskussion stehe auch eine Zusammenarbeit mit militärischen und zivilen Partnern wie dem Tropeninstitut in Zürich.
swissinfo und Agenturen
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