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Alkohol-Eskapaden bei Schweizer Hockey-Nati

Wurden heimgeschickt: Reto von Arx (links) und Marcel Jenni.

(Keystone Archive)

Wegen einer durchgezechten Nacht wurden Marcel Jenni und Reto von Arx noch vor dem Spiel gegen Weissrussland nach Hause geschickt.

Nach der 2:5 Niederlage gegen die Ukraine am vergangenen Montag und dem Verpassen der Finalrunde haben alle Beteiligten in einer Aussprache das enttäuschende Abschneiden des Teams um Nati-Trainer Ralph Krueger analysiert. Die gesamte Mannschaft sprach sich dafür aus, in den verbleibenden zwei Olympia-Spielen eine Reaktion zu zeigen und gemeinsam auf die Erfolgsstrasse zurückzukehren.

Unmittelbar nach dieser Aussprache verliessen offensichtlich Marcel Jenni und Reto von Arx das olympische Dorf und kehrten erst morgens um 7 Uhr wieder zurück.

Coach Krueger sauer

"Es gibt Zeiten, wo ich als Führungsperson gewisse Linien neu ziehen muss", so Ralph Krueger, "und das war so ein Fall. Ich konnte dieses unsportliche Verhalten der Mannschaft gegenüber nicht akzeptieren."

Krueger schickte die beiden Spieler noch vor dem Spiel gegen Weissrussland nach Hause. Dieses letzte Gruppenspiel des olympischen Eishockey-Turniers gewannen die Schweizer 2:1. Die Schweizer spielen nun noch gegen die Österreicher um den 11. Rang.

Krueger betonte nach seinem Entscheid, dass Jenni und von Arx nicht als Sündenböcke für die misslungene Olympia-Expedition herhalten müssen, "die gesamte Mannschaft übernimmt die Verantwortung für die beiden Spiele gegen Frankreich und die Ukraine".

Marcel Jenni hat sich bereits kurz nach der Sanktion beim Verband und insbesondere bei Ralph Krueger entschuldigt. Demgegenüber zeigt von Arx offenbar keine Reue.

Nicht der erste Zwischenfall

Schon 1997 suchten Jenni und von Arx nach einer Nati- Enttäuschung an der B-WM in Polen, als die Schweizer im letzten Turnier unter Simon Schenk hinter Kasachstan und Weissrussland bloss Dritte wurden, Zuflucht im Nachtleben. Als die beiden nach der durchgezechten Nacht erwischt wurden, kamen sie mit einer Busse in vierstelliger Höhe glimpflich davon.

Weitere Karriere in der Nati noch offen

Krueger: "Es wird für beide sehr schwer werden in die Nationalmannschaft zurückzukehren - aber ich sage niemals nie. Wichtig wird sein, wie die beiden Spieler jetzt auf die Situation reagieren werden."

Nach der Wiederholungstat ist indes unwahrscheinlich, dass die beiden Spieler unter Coach Krueger in die Nationalmannschaft zurückkehren werden.

Reto von Arx und Marcel Jenni sind aber Spieler, auf die ein Schweizer Nationalcoach nicht einfach problemlos verzichten kann. Jenni bestritt bislang 146 Länderspiele, Reto von Arx 101. Der Färjestad-Stürmer Jenni erzielte ausserdem zehnmal in seiner Karriere einen Siegestreffer für die Nationalmannschaft - so viele wie kein anderer.

Um Reto von Arx gab es schon vor der definitiven Olympia-Selektion Wirbel, weil er im ersten 17er-Aufgebot von Krueger keine Aufnahme gefunden hatte. Dank guten sportlichen Leistungen spielte er sich dann doch noch nach Salt Lake City.

swissinfo und Agenturen

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