Ex-Präsident des FC Servette verhaftet
Die Genfer Polizei hat den früheren Hauptaktionär des Fussballclubs Servette, den Financier Marc Roger, in U-Haft gesetzt.
Dem französischen Geschäftsmann wird betrügerischer Konkurs, ungetreue Geschäftsführung und Veruntreuung vorgeworfen.
Marc Roger, der ehemalige Präsident und Mehrheits-Aktionär des Konkurs gegangenen Super-League-Klubs FC Servette, wurde am Dienstagnachmittag in Genf festgenommen und ins Gefängnis Champ-Dollon geführt, teilte die Polizei mit. Die Verhaftung sei ohne Probleme verlaufen.
Gleichzeitig fanden in Genf drei Hausdurchsuchungen statt, bei der zahlreiche Dokumente sichergestellt wurden.
Zahlreiche Strafklagen
Das Genfer Handelsgericht hatte am 4. Februar über den FC Servette den Konkurs verhängt.
In Zusammenhang mit der Geschäftsführung und dem Konkurs des Fussballclubs haben bis jetzt rund 20 Personen eine Strafklage eingereicht. Roger soll am Mittwoch vom zuständigen Untersuchungsrichter verhört werden.
Er wird des betrügerischen Bankrotts, der Veruntreuung und der ungetreuen Geschäftsführung verdächtigt.
Unter der Leitung Rogers hatte der FC Servette Schulden in der Grössenordnung von 11 Mio. Franken angehäuft.
Leere Versprechungen
Im letzten Jahr übernahm Marc Roger den Club und versprach, Servette zur alten Grösse zurückzuführen. Er verpflichtete 21 neue Spieler, darunter den französischen Weltmeister Christian Karembeu, der inzwischen beim französischen Bastia untergekommen ist.
Aus den roten Zahlen kam der Club jedoch nicht. Spieler und Betreuer hatten seit letztem September keinen Lohn mehr erhalten.
swissinfo und Agenturen
Der FC Servette gehörte seit dem Jahr 1900 der höchsten Spielklasse an – so lange wie kein anderer Verein.
17 Mal gewannen die Genfer den Schweizer Meistertitel und holten sieben Mal die Cup-Trophäe.
27 Mal hat der FC-Servette an europäischen Klubwettbewerben teilgenommen.
Nur die Grasshoppers aus Zürich waren erfolgreicher.
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