Fehlende Arbeitskräfte für die Ernte
Die Schweizer Bauern klagen über fehlende Arbeitskräfte für die anstehende Ernte. Deshalb soll bei Bundesrätin Ruth Metzler eine nachgiebigere Haltung bei Arbeitsbewilligungen für Nicht-EU-Bürger verlangt werden.
Dem Vorstand der Konferenz kantonaler Landwirtschafts-Direktoren (LDK) lag an der jüngsten Sitzung in Zürich ein Brief der Staatsräte Pascal Corminboeuf (FR) und Jacqueline Maurer-Mayor (VD) vor. Die Landwirte und Gemüsebauern hätten grosse Schwierigkeiten, in der Schweiz und der EU Arbeitskräfte zu finden. Dem Bund müsse deutlich gemacht werden, dass die kompromisslose Haltung gegenüber Nicht-EU-Arbeitskräften die Zahl der Schwarzarbeiter vervielfache.
Auch der LDK-Vorstand erachte die fehlenden Arbeitskräfte als Problem, sagte LDK-Sekretär Josef Häfliger. Dies zeigten Erhebungen mehrerer Kantone. Vor allem würden Kurzaufenthalter für vier bis sechs Monate benötigt. Wenn nächste Woche der Bedarf aller Kantone vorliege, wolle der Vorstand an Justizministerin Metzler gelangen. Ohne legale Kurz- und Saisonarbeiter werde auf Schwarzarbeiter ausgewichen.
Öffnung gegenüber Osteuropa
Der Schweizerische Bauernverband (SBV) plädiert für eine Öffnung gegenüber den EU-Beitrittskandidaten-Ländern in Osteuropa. Allein in Deutschland würden 200’000 Erntearbeiter aus Polen legal zugelassen, sagte Fritz Schober vom SBV.
Falls das Schweizer Justizministerium keine geregelte Lösung ermögliche, werde die Schwarzarbeit weiter zunehmen. Diese sei eine Realität. In der Zeitschrift «Schweizer Bauer» würden heute in Inseraten offen polnische Schwarzarbeiter angeboten. Die Behörden unternähmen kaum etwas dagegen.
Swissinfo und Markus Brotschi (AP)
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