Schweizer Fussball-Desaster in Zürich
So hat die Schweiz an der Fussball-WM 2010 in Südafrika nichts verloren: Das Team von Ottmar Hitzfeld ging zuhause gegen die Amateure aus Luxemburg 1:2 unter.
Diese 95 Minuten im Zürcher Letzigrund-Stadion haben die Schweiz in finsterstes Fussball-Mittelalter zurück katapultiert: Die Schweiz, selber auf Rang 44 der Weltrangliste, hat im zweiten Qualifikationsspiel für die Endrunde in Südafrika gegen die Nummer 153 verloren.
Fast noch schlimmer als das Resultat war aber die Art und Weise, wie das Waterloo zustande kam. Die Mannschaft von Coach Ottmar Hitzfeld, erstmals wieder mit dem genesenen Goalgetter Alex Frei als Kapitän, fand nicht das leiseste Mittel, die erwartet massierte Abwehr der Fussball-Amateure aus dem Grossherzogtum zu knacken.
Dabei hatte alles nach einem Versöhnungsfest der Schweizer Fussballer nach der missglückten EM mit ihren Fans ausgesehen. Hitzfeld schickte die offensivste Elf seit den grossen Tagen aus der letzten WM-Qualifikation aufs Feld.
Der desaströse Auftritt der Schweizer Nati hat drei Namen: Mangelnde Präzision, als Folge davon fehlende Geschwindigkeit sowie mutloses Zweikampfverhalten.
Weder der Dreifach-Sturm mit Yakin, Frei und Nkufo noch die beiden offensiven Mittelfeldkräfte Barnetta rechts und Stocker auf der linken Seite stachen. Einzig zählbares Resultat war der schöne Ausgleichstreffer von Blaise Nkufo per Kopf kurz vor der Pause. Die Flanke stammte einmal mehr von Hakan Yakin.
Schon ein 1:1-Unentschieden wäre eine Blamage gewesen. Doch es sollte noch schlimmer kommen: Kurz vor Schluss erzielte Alphonse Leweck den Siegestreffer für die Underdogs, die spielerisch etwa das Niveau einer Nationalliga-B-Mannschaft aufwiesen. Der wichtigste Sieg der Luxemburger in ihrer Fussballgeschichte war zum Schrecken der Spieler, des Trainers und der Zuschauer perfekt.
swissinfo, Renat Künzi
Spiele von heute:
Schweiz-Luxemburg 1:2
Lettland-Griechenland 0:2
Moldawien-Israel 1:2
Rangliste
1. Griechenland 6 Punkte
2. Israel 4
3. Lettland 3
4. Luxemburg 3
5. Schweiz 1
6. Moldawien 0
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch