Andrea Abderhalden ist für ein Jahr höchste St. Gallerin
Andrea Abderhalden-Hämmerli von der FDP ist zu Beginn der Sommersession zur neuen St. Galler Kantonsratspräsidentin gewählt worden. Sie löst Walter Freund von der SVP ab. Neuer Vizepräsident ist Remo Maurer (SP).
(Keystone-SDA) Zu Beginn der Junisession wechselt jeweils das Ratspräsidium. Am Montagnachmittag wurde die 48-jährige Andrea Abderhalden-Hämmerli mit 107 von 109 gültigen Stimmen zur neuen Präsidentin des Kantonsrats und damit zur höchsten St. Gallerin gewählt.
Die FDP-Politikerin sitzt seit fünf Jahren im Kantonsparlament. Ihre Vorstösse im Parlament decken ein breites Themenspektrum ab. Es geht etwa um die Fanarbeit, um die Thurbrücke bei Lütisburg oder um die Volksschule.
Politisch engagiert sie sich als Gemeinderätin und Schulratspräsidentin auch in ihrer Gemeinde Nesslau. Über längere Zeit organisierte sie die Karriere ihres Gatten, des ehemaligen Schwingerkönigs Jörg Abderhalden.
«Respekt und Klarheit»
In ihrer Antrittsrede erklärte Andrea Abderhalden, sie komme aus einer Welt, in der man anpacke, Verantwortung trage und gemeinsam nach Lösungen suche. Diese Haltung wolle sie in ihr Präsidialjahr mitnehmen.
Neben dem Amt als Schulratspräsidentin spielten Holz und Sägemehl eine spezielle Rolle in ihrem Leben. Sie fiebere seit Geburt am Sägemehlrand mit, weil sie in einer Schwingerfamilie aufgewachsen sei. Später sei dann die Organisation und Koordination des Lebens eines Spitzensportlers dazugekommen. Den Kantonsratsmitgliedern schenkte sie einen Schuhlöffel aus Buchenholz aus der eigenen Schreinerei.
Im Sägemehl zähle für sie nicht der Titel, sondern der Einsatz. Man begegne sich auf Augenhöhe, sagte die neue Kantonsratspräsidentin. Das wünsche sie sich auch in der politischen Zusammenarbeit: «Respekt, Klarheit und ein fairer Umgang miteinander».
Zum neuen Vizepräsidenten wählte der Rat mit 96 von 105 gültigen Stimmen Remo Maurer von der SP.