Arbeitskräftemangel bereitet Bündner Unternehmen am meisten Sorge
Die Dachorganisation der Wirtschaft Graubünden hat bei Bündner Unternehmen eine Umfrage durchgeführt. Diese zeigt: Eine Mehrheit beurteilt die aktuelle Geschäftslage als gut oder sehr gut. Der Arbeitskräftemangel bleibt die grösste Herausforderung.
(Keystone-SDA) Insgesamt nahmen gemäss einer Mitteilung der Dachorganisation 324 Betriebe vom 24. April bis 13. Mai an der Umfrage teil. Das entspricht rund zehn Prozent aller Betriebe mit mehr als zehn Mitarbeitenden.
Die Umfrageergebnisse zeigen: Der Arbeitskräftemangel bleibt weiterhin die grösste Herausforderung für die Bündner Unternehmen, die Situation hat sich jedoch erneut leicht abgeschwächt. 44 Prozent der Befragten beurteilen die Herausforderung, genügend Personal zu finden, als gross oder sehr gross. 2022 lag der Wert noch bei 62 Prozent.
Der grösste Mangel besteht gemäss Mitteilung weiterhin bei den gelernten Mitarbeitenden. Höhere und spezialisierte Fachkräfte werden im Vergleich zu den Vorjahren wieder stärker gesucht, gefolgt von den Lernenden, Führungspersonen und ungelernten Arbeitskräften. Auf Platz zwei und drei liegen bei den grössten Herausforderungen weiterhin die politischen Rahmenbedingungen (41 Prozent) und die wirtschaftliche Lage (35 Prozent).
Grosser Wunsch nach Bürokratieabbau
Besonders gross ist bei den politischen Rahmenbedingungen weiterhin der Wunsch nach einem Bürokratieabbau (69 Prozent) sowie nach Verbesserungen im Bereich Raumplanung und Baubewilligungen (49 Prozent).
Ein grosses Thema ist die Verfügbarkeit von Bauland und Nutzflächen. 56 Prozent der Unternehmen geben an, Schwierigkeiten bei der Suche nach verfügbarem Bauland oder geeigneten Mietflächen zu haben. Für 47 Prozent behindert die eingeschränkte Verfügbarkeit von Bauland beziehungsweise Nutzflächen die betriebliche Entwicklung.
Positives gibt es gemäss Umfrageergebnissen bei der Geschäftslage zu berichten. 75 Prozent der Betriebe beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder sehr gut. Zwei Drittel erwarten bis Ende 2026 eine stabile Entwicklung, 15 Prozent rechnen mit einer Verbesserung, während lediglich drei Prozent eine Verschlechterung erwarten.
Unterschiede je nach Branche
Allerdings unterscheiden sich die Zahlen gemäss Mitteilung je nach Branche stark. Besonders positiv wird die aktuelle Geschäftslage von Unternehmen aus dem Baugewerbe, dem Finanz- und Immobilienbereich sowie tourismusnahen Branchen beurteilt. Vergleichsweise zurückhaltender fällt die Einschätzung im verarbeitenden Gewerbe, im Detailhandel sowie im Autogewerbe aus.