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25. Oktober 2001

Nach dem gestrigen Unfall bleibt der Gotthard-Strassentunnel in den kommenden Wochen geschlossen. Keine Prognosen können vorerst über die Wiedereröffnung abgegeben werden. Der Verkehr soll in der Zwischenzeit über den Grossen St. Bernhard, den Simplon sowie den San Bernardino (A13) geleitet werden. Für die Personenwagen ist zudem der Gotthard-Pass offen. Die Bahnen haben ihr Angebot ausgebaut.

Die Sperrung des Gotthard-Strassentunnels hat weitreichende Auswirkungen auf das gesamte schweizerische und europäische Verkehrsnetz. Immerhin passieren normalerweise im Durchschnitt täglich rund 18’700 Fahrzeuge den Tunnel. Nach dem Unfall sollen nun die Personenwagen insbesondere auch über die Alpenpässe geleitet werden. Nebst dem Simplon soll allenfalls auch der Gotthard wintertauglich werden: Zurzeit werden die Voraussetzungen für die Offenhaltung der Passtrasse in den Wintermonaten evaluiert. Für den Schwerverkehr stehen vorerst die San Bernardino-Route (A13), der Simplon sowie der Grosse St. Bernhard im Vordergrund. Die entsprechenden Alternativrouten werden für den Transitverkehr frühzeitig signalisiert (Wechseltextanlagen auf der A2).

Allerdings zeichnet sich schon heute ab, dass es schwierig wird, mit den zurzeit bestehenden Infrastrukturen die gesamte Nachfrage im Bereich Güter- und Personenverkehr abzudecken. Erfreulicherweise haben die Bahnen schnell reagiert und neue Angebote zur Verfügung gestellt. So haben die SBB zwischen Göschenen und Airolo den Bahnverlad für Personenwagen wieder aktiviert. Personenwagen können im weiteren auch mit der BLS via Lötschberg/Simplon verkehren. SBB Cargo, RAlpin und Hupac haben ihr Angebot für Lastwagen auf der Rollenden Landstrasse ebenfalls ausgebaut. Hier sollen täglich zusätzlich 200 Fahrzeuge via Lötschberg/Simplon transportiert werden.

Wie lange der Gotthard Strassentunnel gesperrt bleiben wird, ist derzeit noch unklar. Die genauen Abklärungen über das Schadenmass können voraussichtlich erst am Montag aufgenommen werden. Fest steht erst, dass die Zwischendecke auf einer Länge von mindestens 200 Metern eingestürzt ist.

Das UVEK hat heute morgen eine Krisenorganisation unter der Leitung von Generalsekretär Hans Werder ins Leben gerufen. Sie koordiniert die kurzfristig notwendigen Massnahmen zur Verkehrslenkung und -information. Sie überprüft auch, ob zusätzliche Massnahmen (Infrastruktur, Fahrzeug) im Bereich Tunnelsicherheit nötig sind. Basis ist der im Jahr 2000 verabschiedete Bericht der Tunnel Task Force.

Bern, 25. Oktober 2001

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