Crossair-Absturz: Finanzhilfe für Betroffene
Die Crossair hat den Betroffenen Sofortzahlungen angeboten. Die Passagierliste wurde inzwischen veröffentlicht.
Zunächst werde Überlebenden und Angehörigen der Opfer eine erste finanzielle Hilfe von 30’000 Franken angeboten, heisst es in einer Crossair-Mitteilung. In den nächsten Wochen sollen weitere Anzahlungen an die Schadensersatz-Ansprüche folgen.
Man wolle die Haftungs- und Entschädigungsfragen speditiv und unbürokratisch angehen. Die Entschädigung werde für jeden Passagier individuell festgelegt.
Elf Deutsche, fünf Schweizer, drei Israelis
Beim Absturz starben elf deutsche Staatsangehörige, darunter die Popsängerin Melanie Thornton. Fünf Passagiere stammten aus der Schweiz, drei davon gehörten der Crew an, wie der am Montag veröffentlichten Passagierliste zu entnehmen ist.
Drei der Getöteten sind Israeli, darunter ein Vizebürgermeister von Jerusalem. Je eine Person aus Kanada, Schweden, Spanien, den Niederlanden und aus Ghana war unter den Toten. Neun Personen überlebten den Absturz, fünf aus der Schweiz (darunter zwei Angehörige der Crew), zwei aus Deutschland, eine aus den Niederlanden und eine aus Österreich.
Betreuung und Mitgefühl
Seit dem späten Samstagabend kümmern sich rund 200 Personen der Care-Teams von Flughafen, Swissair und Crossair um die Angehörigen der Absturzopfer. Am Sonntagnachmittag konnten die ersten Angehörigen die Absturzstelle besuchen.
Die Überlebenden seien schwer traumatisiert, sagte Flughafen-Seelsorger Walter Meier. Bei ihrer Betreuung gehe es um die Verarbeitung des traumatischen Erlebnisses.
Zum Gedenken an die Absturz-Opfer wird am Freitagnachmittag im Basler Münster eine Trauerfeier stattfinden. Die Messe wird an einen noch unbestimmten Ort in der Nähe des Flughafens übertragen.
Die Landeskirchen reagierten am Montag «mit Betroffenheit». In einer gemeinsamen Medienmitteilung drückten sie ihr Mitgefühl aus. Der Nationalrat gedachte zum Auftakt der Wintersession in einer Schweigeminute der Opfer.
Jetzt folgt die Detektivarbeit
Am Absturzort hat nach den Bergungsarbeiten die Hauptarbeit der Ermittler begonnen. Jedes kleinste Trümmerteil kann zur Klärung der Unfallursache beitragen.
An der mehrtägigen Detektivarbeit sind mehrere Dutzend Personen der Zürcher Stadtpolizei, Kantonspolizei und des Eidgenössischen Büros für Flugunfall-Untersuchungen (BfU) beteiligt. Die Lage jedes Trümmerteils wird mit Messkameras dokumentiert, das Trümmerfeld mit Täfelchen minuziös erfasst.
Danach werden die Teile gereinigt, identifiziert und in eine noch nicht bezeichnete Halle gebracht. Dort wird rekonstruiert, was vom Jumbolino noch übrig ist.
swissinfo und Agenturen
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