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CSG bleibt unter Druck

Auf ihm ruhen die Hoffnungen der Finanzgemeinde: Oswald Grübel, neuer Chef der Credit Suisse Financial Services. Keystone Archive

Der Teilrückzug von Lukas Mühlemann von der Konzernspitze der Credit Suisse Group hat Anleger und Analysten wenig beeindruckt. Die CSG-Aktie erholte sich kaum.

Der Rücktritt Mühlemanns als Verwaltungsrats-Präsident im nächsten Frühling sei nur eine «halbe Lösung», kritisierte Dominique Biedermann von der Anlagestiftung Ethos in einem Interview von Radio DRS.

Angesichts seiner Machtkonzentration sei Mühlemann massgeblich für die schlechten Resultate der CSG verantwortlich. Wie Thomas Wellauer hätte auch Mühlemann sofort den Rückzug antreten müssen.

Teilrückzug genügt nicht

Vor dem Hintergrund der jüngsten Gewinnwarnung dürfte der Teilrückzug für einige noch nicht genügen, schrieb die Zürcher Kantonalbank (ZKB) in ihrem Marktbericht. Immerhin werde mit dem Ende der Personalunion an der Konzernspitze der Verwaltungsrat gestärkt, sagte die Analystin Regina Anhorn von Lombard Odier. Aus Sicht der Corporate Governance sei dies zu begrüssen, sagte auch Claudia Meier, Analystin bei der Bank Vontobel.

Hohe Erwartungen an Grübel

Die Erwartungen richten sich nun auf den früheren Private-Banking-Chef der CSG, Oswald J. Grübel, der nur ein halbes Jahr nach seinem Ausscheiden ein Comeback auf höherer Ebene gibt. Der Abgang von Wellauer als Chef von Credit Suisse Financial Services und dessen Ersetzung durch Grübel seien als mindestens so bedeutend einzuschätzen wie der Teilrückzug Mühlemanns, schrieb die ZKB.

Dem 59-jährigen Grübel eilt ein Ruf als ausgewiesener Kenner des Bankwesens voraus, Erfahrungen im Versicherungsgeschäft hat er dagegen kaum. In der Finanzgemeinde herrsche die Erwartung vor, dass der Deutsche den Verkauf der Winterthur-Versicherung und den Ausstieg aus dem Allfinanz-Geschäft beabsichtigen könnte, sagte der ZKB-Analyst Beat Pfiffner.

Verkauf der Winterthur?

Da die Strategie erst Anfang Jahr neu definiert worden sei, mache ein Verkauf der Winterthur nur wenig Sinn, sagte die Analystin Claudia Meier. In einer Studie bezeichnete die Bank Vontobel die Solvabilitätsmarge der Winterthur auch nach der jüngsten Kapitalspritze von 1,7 Mrd. Franken noch immer als sehr tief. Die Suche nach Käufern dürfte dadurch erschwert werden.

Die Unsicherheiten über den künftigen Kurs drückte am Donnerstag auch auf den Börsenkurs. Erst gegen Handelsschluss machte die CSG-Aktie ihren Rückstand auf den Gesamtmarkt teilweise wett und schloss 2,1 Prozent im Plus. Nach der Gewinnwarnung dürfte interessant werden, wie gross der von der CSG als «gering» bezeichnete operative Verlust ausfallen werde, sagte Anhorn.

swissinfo und Agenturen

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