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Das heissgeliebte Auto

Dem Schweizer Automarkt geht es gut - die Schweizer geben weiterhin viel Geld für Autos aus. Keystone

Der Automobil-Branche in der Schweiz geht es gut. Sie verkaufte im letzten Jahr 317'126 neue Personenwagen - im Schnitt kostete ein neues Auto 35'000 Franken.

Dieser Preis liegt gegenüber dem Durchschnitts-Preis in der EU um 10% höher. Das Schweizer Autogewerbe verweist in dem Zusammenhang jeweils darauf, dass in der Schweiz häufiger luxuriösere Ausstattungen verkauft würden als im andern Staaten Europas.

Insgesamt hat die Autobranche in der Schweiz und Liechtenstein im Jahr 2001 Umsätze von fast 78 Mrd. Franken erzielt. Dies sind 4,7% mehr als im Vorjahr. Dies gab auto-schweiz, die Vereinigung der Schweizer Automobil-Importeure, am Montag bekannt.

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Bei den Personenwagen betrug die Zunahme gegenüber dem Vorjahr ein halbes Prozent. Für neue Personenwagen gab die Schweizer Bevölkerung im letzten Jahr insgesamt 11,08 Mrd. Franken aus.

Das eigene Fahrzeug ist damit nach den Angaben der Autobranche mit Abstand der grösste Posten im Haushalts-Budget. Dies nicht zuletzt, da neben den Kaufkosten das Geld für Versicherungen, Treibstoff und Unterhalt dazu kommt.

In der Schweiz leben heute rund 7,2 Millionen Menschen, davon haben 4,5 Millionen einen Personenwagen-Führerausweis. Die Zahl der Personenwagen beläuft sich auf mehr als 3,63 Millionen, das heisst etwa 504 Personenwagen auf 1000 Personen.

Rückgang bei schweren Nutzfahrzeugen

Bei den leichten Nutzfahrzeugen gab es erneut einen Zuwachs. Bei den schweren Nutzfahrzeugen wurde nach dem Boom wegen der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) nun ein deutlicher Rückgang verzeichnet. Im langjährigen Vergleich sei 2001 aber ebenfalls ein sehr gutes Jahr gewesen, heisst es bei auto-schweiz weiter.

Die Umsätze der gesamten Autobranche sowie der Versicherer, Verbände und Vermieter habe sich kaum verändert, schreibt die Vereinigung der Importeure weiter.

Auch die Zahl von rund 280’000 Beschäftigten in der Branche sei stabil geblieben. Unbekannt seien dagegen die genauen Umsätze der Zulieferer, diese werden auf 6,25 Mrd. Franken geschätzt.

Steuer-Abgaben

Wie der Zusammenstellung von auto-schweiz weiter zu entnehmen ist, leistete die Schweizer Automobil-Branche im vergangenen Jahr 9,9 Milliarden Franken an Fiskal-Leistungen für Bund und Kantone.

Dieser Betrag, mache fast einen Fünftel des Bundesbudgets aus, schreibt auto-schweiz. Die Vereinigung schätzt, im Weiteren, dass die Gemeinden und Kantone im vergangenen Jahr rund 420 Mio. Franken Bussen-Einnahmen aus dem Strassenverkehr verbuchen konnten.

Neue Zeiten brechen an

Für die Automobil-Branche dürfte sich in den nächsten Jahren auch in der Schweiz einiges verändern. Denn die Europäische Union will den Wettbewerb in dem Sektor verstärken. Die EU-Kommission verabschiedete letzte Woche die entsprechende neue Wettbewerbs-Ordnung.

Danach können Auto-Händler nach einer Übergangsfrist, die bis Oktober 2005 dauert, in sämtlichen EU-Staaten Autos verkaufen. Zudem können Händler in Zukunft Fahrzeuge mehrerer Hersteller anbieten.

Auch sind sie ab Oktober 2003 nicht mehr verpflichtet, Wartung und Reparatur anzubieten. Dies dürfen in Zukunft auch freie Werkstätten tun.

Auch Schweiz will folgen

Der zuständige EU-Kommissar Mario Monti erhofft sich von der neuen Verordnung vor allem mehr Wettbewerb in der Branche und damit sinkende Preise:

Heute unterscheiden sich die Autopreise innerhalb der einzelnen EU-Staaten um bis zu 42%. Dies geht aus der jüngsten EU-Statistik hervor. Demnach muss man in Deutschland und Österreich für ein Auto in der Euro-Zone am tiefsten in die Tasche greifen.

Mit seiner Reform zielt EU-Kommissar Monti vor allem auf sinkende Preise. Davon dürften auch Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz profitieren.

Denn auch die Schweiz will den Automarkt liberalisieren. Dabei dürfte sich die zuständige Wettbewerbs-Kommission (WEKO) an die Vorgehensweise der EU anlehnen.

Bisher ist der Automobil-Markt in der Schweiz ähnlich strukturiert wie im EU-Raum. Die Preise liegen dabei im Schnitt nochmals etwa 10% höher als der Durchschnitt in den EU-Staaten.

Frei im Ausland kaufen

Der Entscheid der EU werde sich auf den Schweizer Markt auswirken, hatte die WEKO schon letzte Woche erklärt. Schon heute laufen rund die Hälfte der Händler-Verträge nach EU-Recht. Diese laufen nun per Ende September aus.

Die WEKO will nun rasch entscheiden, welche Schritte sie ergreifen wird. Die WEKO ist der Ansicht, dass in Zukunft auch Schweizer ihre Autos frei im Ausland kaufen sollen dürfen. Das ist theoretisch zwar schon heute möglich, stösst aber in der Praxis meist auf Probleme.

Auch für Wiederverkäufer relevant

Die WEKO, welche die Entwicklung auf dem Automarkt genau verfolgt, möchte unter anderem auch Parallel-Importe zulassen. Das heisst, ein Importeur könnte seine Wagen von einem anderen europäischen Konzessionär der selben Marke beziehen.

«Viele Wiederverkäufer», sagt Pierre-Olivier Pirlot von der WEKO gegenüber swissinfo, «könnten sich so zu einem besseren Preis eindecken, als wenn sie die Wagen vom offiziellen Importeur beziehen müssen».

Wie die EU will auch die Weko die Stellung der Garagisten und Carrossiers verbessern. Zum Beispiel damit, dass sie sich direkt im Ausland Orginal-Ersatzteile beschaffen können.

swissinfo

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