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Der Preis der Mobilität

Der Strassenverkehr forderte 1998 100'977 Unfallopfer. Keystone

Jedes Jahr sterben auf Schweizer Strassen im Durchschnitt 600 Menschen. Darüber hinaus verursachen die Unfälle jährlich Kosten von rund 12 Mrd. Franken.

Die neusten Zahlen berücksichtigen erstmals auch die immateriellen Schäden.

Der Löwenanteil der Unfallkosten fällt auf der Strasse an, wie das zuständige Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) am Donnerstag mitteilte. 1998 forderte der Strassenverkehr 100’977 Unfallopfer. Dadurch entstanden gesamtwirtschaftliche Kosten in der Höhe von 12,3 Mrd. Franken.

Im Schienenverkehr lagen die Kosten – bei 64 Unfallopfern – deutlich tiefer und betrugen 132 Mio. Franken.

Strassenverkehr verantwortlich für externe Kosten

Rund zwölf Prozent der gesamten Unfallkosten, 1,5 Mrd. Franken, waren 1998 externe Kosten, sie wurden nicht vom Verkehr, sondern von der Allgemeinheit getragen. 99 Prozent dieser externen Kosten gehen zu Lasten des Strassenverkehrs.

Hohe immaterielle Kosten

In den Schätzungen wurden erstmals auch die immateriellen Kosten der Verkehrsunfälle erfasst. Dazu zählen beispielsweise körperliche und seelische Schmerzen sowie Leid, wie das ARE ausführte.

Durch den Einbezug dieser Schäden würden die gesamtwirtschaftlichen Unfallkosten signifikant erhöht. Während frühere Studien von jährlichen Kosten von rund 6,6 Milliarden ausgegangen seien, werde die Zahl durch die immateriellen Schäden in etwa verdoppelt.

Die Auswirkungen auf die externen Kosten seien hingegen gering, da der grösste Teil der immateriellen Kosten von den Verkehrsteilnehmenden selbst getragen werde.

Grundlage für nachhaltige Verkehrspolitik

Die Erhebung der Unfallkosten im Strassen- und Schienenverkehr dient laut ARE der Kostentransparenz im Verkehr. Sie sei eine Basis für die verursachergerechte Anlastung von externen Kosten und entspreche damit den ökologischen und wirtschaftlichen Anforderungen einer nachhaltigen Verkehrspolitik.

Mit der Einführung der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) kam das Verursacherprinzip im Verkehrsbereich auf der Basis von externen Kosten erstmals zu Anwendung, wie das Bundesamt weiter schreibt. Mit der nun veröffentlichten Studie werden die 1988 und 1993 erhobenen Zahlen aufdatiert.

Die Studie wurde von der Firma Ecoplan im Auftrag des ARE erarbeitet.

swissinfo und Agenturen

Unfallkosten Strasse: 12,3 Mrd. Fr.
Unfallkosten Schiene: 132 Mio. Fr.
Externe Kosten:
1,5 Mrd. Fr.
Anteil Strassenverkehr: 99%
Immaterielle Kosten:
13 Mrd. Fr.

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