Die Kosten der Feiern
Die Ziele und Veranstaltungsprogramme der Kantone sind unterschiedlich. Die Finanzierung wird hauptsächlich durch die öffentliche Hand garantiert, aber auch Sponsoren machen mit.
Nachfolgend die Situation in den einzelnen Kantonen.
Die Organisationskomitees der jeweiligen Kantone sind bemüht, würdige Veranstaltungen auf die Beine zu stellen. Einzelne Komitees sind seit Jahren damit beschäftigt, das Jubiläumsjahr detailliert vorzubereiten.
Besonders viel kosten lässt sich St. Gallen sein Jubeljahr. In dem Ostschweizer Kanton werden insgesamt 20 Mio. Franken in das Fest investiert, die Hälfte davon sind öffentliche Gelder. Die Erinnerung an den Geburtstag des Kantons schafft nicht nur für Historiker Arbeit, sondern kommt auch Musikerinnen und Wirten zugute. Das vielfältige Programm bietet für alle etwas.
Der Kanton Aargau liegt nur wenig darunter: 15 Mio. Franken an öffentlichen Geldern werden investiert. Dazu kommen noch einige Sponsoren-Millionen. Bescheidener geben sich die anderen Kantone. Weniger als vier Millionen verbuchen Waadt, Thurgau und Graubünden. Das Tessin kommt sogar nur auf 2,3 Mio. Franken.
Das Beispiel der Expo.02
Überall suchte man die Unterstützung privater Sponsoren, aber das Beispiel der Expo.02 zeigt, wie schwierig das ist. Anfänglich hoffte man bei der Expo darauf, vier Fünftel der Ausgaben durch die Privatwirtschaft zu decken. Am Ende mussten jedoch die Steuerzahler für zwei Drittel der Kosten (insgesamt 1,5 Mrd. Franken) aufkommen.
Für die regionalen Feierlichkeiten im Jahr 2003 sind die Ausgaben wesentlich bescheidener. Und nach den Expo-Erfahrungen sind auch die Erwartungen an private Sponsoren gedämpft.
Für die kommenden Veranstaltungen haben die Organisatoren von vorneherein auf die öffentliche Hand gesetzt. Sie versuchen, das Budget so wenig wie möglich zu belasten, indem sie auf Mittel aus dem Lotteriefonds zurückgreifen.
Grosszügige Sponsoren
Immerhin machen Sponsoren mit, auch wenn nur St. Gallen ein grosser Coup geglückt ist. Dort wird die Hälfte des Budgets von Privaten getragen. «Wir haben schon früh, vor Einsetzen der Wirtschaftskrise, mit dem Fundraising begonnen», erklärt Marc Reinhardt von «St. Gallen 2003» den Erfolg in seinem Kanton. Doch auch der persönliche Einsatz der Vorstandsmitglieder und die Qualität der Projekte seien entscheidend gewesen.
Sponsoren tauchen überall auf, obwohl die Feierlichkeiten nicht gerade viel Dynamik und Jugendlichkeit versprühen. Unter den Unterstützern finden sich in erster Linie ehemalige Staatsbetriebe: Swisscom führt die Liste an, gefolgt von der Migros, regionalen Elektrizitäts-Gesellschaften und Kantonalbanken. Genaue Zahlen will jedoch niemand preisgeben.
«Die Feierlichkeiten für das 200-Jahr-Jubiläum der Mediationsakte sind kein gewöhnliches Sponsoring-Sujet», räumt Jan Kalvoda von Swisscom ein. Doch mit der Unterstützung wolle man die Verbundenheit mit Land und Leuten unterstreichen.
swissinfo, Daniele Papacella
St. Gallen und Aargau geben fast 20 Mio. Franken für die Feierlichkeiten aus.
Tessin, Graubünden, Waadt und Thurgau kommen nicht über 4 Millionen hinaus.
Die Sponsoren beteiligen sich in den genannten Kantonen mit insgesamt 20 Mio. Franken.
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