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Effizientere SBB Cargo

Die SBB Cargo wird wegen Unpünktlichkeit immer wieder kritisiert. Keystone Archive

Die SBB Cargo will ihr Nord-Süd-Angebot verbessern. Dazu gehört Pünktlichkeit, womit auch die italienische Seite gefordert ist.

Im Verlauf der Gotthard-Debatten im eidgenössisschen Parlament war in der letzten Woche nicht nur das Dosiersystem für den Strassenverkehr am Gotthard an den Pranger gestellt geworden. Auch die SBB hatten zum Teil harsche Kritik einstecken müssen.

Um die mangelnde Pünktlichkeit – oftmals kritisiert – im Cargo-Verkehr zu verbessern – arbeiten die SBB mit den italienischen Staatsbahnen (FS) zusammen, wie SBB-Cargo-Chef Daniel Nordmann in einem Interview mit der «SonntagsZeitung» erklärte.

40% Reduktion – Malus-System

Auf einer Pilotstrecke südlich von Chiasso habe man durch gemeinsame Planung und Disposition die Verspätungen bereits um 40% reduzieren können. Dieses System solle jetzt auf den gesamten grenzüberschreitenden Verkehr Schweiz-Italien ausgedehnt werden, erklärte Nordmann weiter.

Zudem planen beide Partner, ein Malus-System einzuführen: Wer mit Lok und Lokführer zu spät komme, müsse künftig zahlen. Wenn diese Massnahmen wirken, wolle man den Verkehr zwischen Basel und Italien in eine neue gemeinsame Gesellschaft zusammenführen. Dies solle spätestens 2004 der Fall sein, so der SBB Cargo-Chef weiter.

Verbesserung der Infrastruktur

Optimiert werden müsse aber auch die Infrastruktur. Mit dem vorhandenen Geld solle man nicht nur die rollende Landstrasse, sondern den kombinierten Verkehr unterstützen, fordert Nordmann.

Mit dem gleichen Geld würde sich achtmal mehr Verkehr von der Strasse auf die Schiene verlagern lassen, wenn man ihn in den kombinierten Verkehr stecke. Entsprechende Vorschläge habe man dem Bundesrat gemacht.

Nachtfahrverbot existenziell

Gar nichts wissen will Nordmann von einer Aufhebung des Nachtfahrverbots für Lastwagen. Würde es aufgehoben, würde SBB Cargo seinen wichtigsten Marktvorteil verlieren und müsste grosse Teile des Binnenverkehrs ersatzlos streichen. «Ein Angriff auf das Nachtfahrverbot ist ein Angriff direkt auf die Bahn. Dagegen würden wir uns mit aller Kraft wehren», erklärte der SBB Cargo-Chef weiter.

Hingegen gibt Nordmann sich gelassen, wenn es um die Frage der zweiten Gotthard-Röhre geht. Es sei für SBB schlimmer, wenn 34- und 40-Tönner zugelassen würden, als wenn man die Kapazität der Strasse ausbaue.

60 Mio. Franken Verlust

Neben den angestrebten Verbesserungen im Nord-Süd-Transit hat die SBB Cargo auch Ausbau-Pläne für den Binnenverkehr. Im August werde «Cargo Domino» starten – ein Containermodell, das sich speziell für den Kanton Tessin eigne, kündigte Nordmann an. Zudem werde das Cargo-Express-Netz weiter ausgebaut.

Finanziell sieht es für SBB Cargo im Moment nicht gerade rosig aus. Einen Monat vor der Bilanz-Pressekonferenz der SBB AG steht fest, dass die Güterabteilung einen Verlust von mehr als 60 Mio. Franken einfahren wird. «Eine Katastrophe» war laut Cargo-Chef Nordmann der Unfall in Chiasso vor einigen Wochen. Er dürfte die SBB Cargo 15 bis 20 Mio. Franken kosten. Ob die Versicherungen einspringen ist noch offen.

swissinfo und Agenturen

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