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Geringes Interesse an Nutzung des SBB-Netzes

Kaum Konkurrenz für SBB auf dem Schweizer Schienen-Netz. Keystone

Seit knapp zwei Jahren dürfen auf den Schienen der SBB auch andere Anbieter fahren - doch nur wenige haben sich gemeldet. Derzeit verkehren täglich lediglich rund 150 Dritte auf den SBB-Schienen, vorwiegend Regionalbahnen.

Es sei auffallend, dass weder in der Schweiz noch in der EU neue Bahnunternehmen aufgetaucht seien, die den bestehenden Konkurrenz machen sollten, heisst es in einer Mitteilung des Informationsdienstes für den öffentlichen Verkehr (LITRA). Ohne Aussichten auf Gewinne blieben die erhofften Neuanbieter aus, lautet das Fazit.

Im Güterverkehr sieht es nicht besser aus: Neben 1’400 täglichen SBB-Güterzügen verkehren lediglich 15 Güterzüge oder ein Prozent Dritter auf dem Netz der SBB. Hier fände vorläufig zwar ein Wettbewerb um den bestehenden Verkehr statt, von echtem Neuverkehr kann laut LITRA aber keine Rede sein. Die SBB führen ihrerseits rund ein Dutzend Güterzüge auf dem Netz von anderen Bahnen.

Preis entscheidet

Sobald das Schweizer Schienennetz mit Inkrafttreten der bilateralen Verträge auch für ausländische Eisenbahnunternehmen offen ist, erwartet LITRA mehr neue Netzbenutzer vor allem im Transitverkehr. Entscheidend werde dabei aber die Höhe des Trassenpreises im Vergleich zu den Ausweichrouten über den Brenner und Mont Cenis sein.

An den Kosten liegt es auch in Europa: Laut LITRA fördert die EU weiterhin eine Politik des billigen Verkehrs statt eine gerechte Kostenanlastung im Strassenverkehr. Auch die Einführung der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) am 1. Januar 2001 in der Schweiz bringe keine Trendwende, da die Preise zu niedrig angesetzt seien. Solange europaweit niemand im Schienengüterverkehr Geld verdienen kann, bleiben neue Bahnen aus.

Die Öffnung des Schienennetzes für Dritte erfolgte in der Schweiz auf den 1. 1. 1999.

swissinfo und Agenturen

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