Gotthard bald wieder offen?
Der Strassentunnel ist möglicherweise bereits Ende Jahr wieder befahrbar. Dennoch bauen die SBB für den Autoverlad am Gotthard Wagen um und mieten Lokomotiven.
Die SBB verfügen nicht über genügend eigene Wagen und Loks für den zusätzlichen Autoverlad am Gotthard. Sie haben aus diesem Grund nach der Brandkatastrophe im Gotthardtunnel bei der Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn (BLS) Wagen gemietet. Diese müssen sie aber zurückgeben, weil die BLS sie für den Weihnachtsverkehr benötigt.
Umbau und Miete
Deshalb haben die SBB beschlossen, 40 eigene Wagen für den Autoverlad umzubauen und in Deutschland fünf Lokomotiven zu mieten. Stephan Appenzeller, Sprecher der SBB-Cargo, bestätigte am Freitag entsprechende Angaben des «Tages-Anzeiger». Der definitive Entscheid fiel am Freitagnachmittag.
Eröffnung vor Weihnachten möglich
Die beiden Unfall-Lastwagen sind am Freitag aus der Tunnelröhre geschleppt worden. Die Zahl der gefundenen Toten liegt unverändert bei elf. Die Bundesbehörden schliessen nicht aus, dass der Strassentunnel vor Weihnachten wieder geöffnet wird. «Technisch» sei dies durchaus realistisch, sagte Michael Gehrken, Sprecher des Bundesamts für Strassen. Auf jeden Fall habe aber die Tunnelsicherheit Priorität. Abklärungen seien in Gang.
Falls der Gotthardtunnel noch vor Weihnachten wieder offen sein sollte, wie dies die Kantone Tessin und Uri am Donnerstag forderten, wären der Umbau der Wagen und die Miete der Lokomotiven überflüssig.
Weil Planung und Umsetzung einige Wochen in Anspruch nehmen und die Zeit drängt, wollten die SBB aber nicht länger warten. Man müsse für jede Situation gewappnet sein, sagte Appenzeller.
Bund trägt Kosten
Zusatzkosten entstehen für die SBB nicht: Der Bund übernimmt die Fixkosten. Laut Appenzeller kostet der Wagenumbau rund 2,6 Mio. Franken. Insgesamt beliefen sich die Kosten auf rund 5 Mio. Franken für ein halbes Jahr Autoverlad, sagte der Sprecher.
Die Lok-Miete ist für die SBB zudem eine Gelegenheit, Erfahrungen zu sammeln: Sie haben zehn baugleiche Lokomotiven bestellt. Deutsche Lokführer werden ihre Schweizer Kollegen auf den gemieteten Loks einführen.
swissinfo und Agenturen
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