Konjunktur-Auguren zeichnen düsteres Bild
Die Schweizer Wirtschaft wird sich weiter abschwächen, sagt das Institut Créa. Gemäss KOF hat sich der Wachstums-Rückgang im Dezember verlangsamt.
Letztmals sei 1991 beim Übergang in die Rezession ein derart scharfer Einbruch der vorauslaufenden Indikatoren in zwei aufeinander folgenden Quartalen registriert worden, teilte das Lausanner Institut Créa mit. In den ersten drei Monaten 2002 werde sich der bereits im Vorjahr eingetretene Konjunkturrückgang weiter verschärfen.
Das Créa-Barometer falle weit unter den Mittelwert. Das Lausanner Konjunkturforschungsinstitut betont allerdings, die Prognose stehe stark unter dem Eindruck der Unsicherheit nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001.
Einen Lichtschimmer sieht die Konjunktur-Forschungsstelle (KOF) der ETH Zürich. Ihr über einen Zeitraum von sechs bis neun Monaten vorauslaufendes Barometer zeigt eine Abschwächung des Wachstumsrückgangs an. Zudem wurden erstmals seit mehreren Monaten frühere Werte des Barometers etwas nach oben revidiert.
Allerdings sieht auch die KOF die Schweizer Wirtschaft noch immer in einer schlechten Lage. Von den einzelnen Indikatoren des KOF-Barometers ist der Bestellungs-Eingang im Dezember erneut zurückgegangen. Trotz gedrosselter Produktion hat sich der Auftragsbestand ebenfalls verringert. Auch die Einkaufspläne für Vorprodukte fallen weiterhin pessimistisch aus.
Fragezeichen hinter dem Konsum
Im vierten Quartal 2001 Jahres habe die Schweizer Wirtschaft mit einem Wachstum von 0,1 Prozent praktisch stagniert, teilte das Créa gestützt auf Daten des Staatssekretariats für Wirtschaft (seco) weiter mit.
Auf Grund des Einbruchs der Auslandnachfrage schrumpften die Exporte um 2,9 Prozent. Die Importe gingen um 3,3, die Investitionen um 0,7 Prozent zurück. Als Konjunkturstütze erwies sich der Privatkonsum, der um 2,2 Prozent zulegte. Das Créa befürchtet aber, dass sich die letzten Herbst registrierte Abkühlung der Konsumentenstimmung im laufenden Quartal in einem Rückgang der Konsumausgaben niederschlagen könnte.
Bei den einzelnen Komponenten des Barometers wertet das Créa den Einbruch der Industrieproduktion als am Gravierendsten. Die Werte befänden sich aber noch weit über den Negativrekorden der 1990er Jahre. Unter schlechten Vorzeichen stehe die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, wo die Reserven geschrumpft seien. Noch in ruhigeren Gewässern befinde sich die Bauwirtschaft.
swissinfo und Agenturen
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