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Lokomotivführer-Jubiläumsfeier mit Lohnforderungen

SEV-Präsident Ernst Leuenberger (links) und SBB-VR-Präsident Thierry Lalive d'Epinay a, 100-Jahr-Jubiläum der Lokführer. Keystone

Mit kämpferischen Worten hat der Verband Schweizer Lokomotivführer und Anwärter (VSLF) in Bern sein 100-jähriges Bestehen gefeiert. Nach den hohen Kaderlöhnen würden die Bundesbahnen wohl auch den Normalverdienenden mehr Lohn zugestehen, so die Forderungen.

SBB-Verwaltungsrats-Präsident Thierry Lalive d’Epinay sagte, der Verwaltungsrat habe sich den Entscheid über die Kaderlöhne nicht leicht gemacht. Die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner hätten aber Anspruch auf die besten Chefs. Und diese seien heute nicht mehr aus purem Idealismus zu haben.

Ernst Leuenberger, Präsident des Schweizerischen Eisenbahner- und Verkehrspersonal-Verbands (SEV) und Solothurner SP-Ständerat, gab der Zuversicht Ausdruck, dass auch die Löhne des Personals in den Sog der Kaderlöhne geraten mögen. Er freue sich auf die nächste Lohnrunde, «da die SBB die Spendierhosen zu tragen scheinen». Konkret fordern die Lokomotivführer eine Lohnerhöhung von mindestens acht Prozent.

Für die Lokomotivführer gelte dasselbe wie beim Kader, betonte der VSLF: «Gute Leute erhalten wir nur mit guten Löhnen». Die enorme Zunahme der Zugsdichte und der massive Personalunterbestand würden von den Lokomotivführern einen übermässigen Einsatz verlangen.

Einziger GAV für alle

Theo Marty, Präsident des VSLF, betonte, die Aufgaben seien eigentlich immer noch die selben wie vor hundert Jahren. Schichten von 20.00 Uhr abends bis 07.00 Uhr früh seien bald wieder Alltag, ununterbrochene Fahrten von vier Stunden keine Seltenheit. Vielfach werde der Mensch als «Bioroboter» gesehen.

Angesichts dieser Herausforderungen forderte Marty einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für alle Eisenbahnerinnen und -bahner, auch für jene bei den Privatbahnen. Seine Vision sei ein einziger GAV für alle Transport-Unternehmen.

Im weiteren warnte Marty vor der Aufsplitterung der SBB. In Zeiten der Globalisierung würden riesige Staatsvermögen für «einen Apfel und ein Ei der freien Marktwirtschaft preisgegeben». Letztlich werde es so in der Schweiz nur noch Privatbahnen geben.

swissinfo und Agenturen

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