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Mehr Lärm an Wochenenden

Die Bewohner der Umgebung des Zürcher Flughafens freuen sich nicht über die zusätzliche Lärmbelästigung. Keystone Archive

Ab letztem Sonntag dürfen Flugzeuge beim Landeanflug auf den Unique Airport an Wochenenden zwischen 20 und 9 Uhr nicht mehr über deutsches Gebiet fliegen.

Dies ist eine weitere Folge des Staatsvertrages zwischen der Schweiz und Deutschland.

Keine Chance hatten die Flughafenbetreiberin Unique und die Fluggesellschaft Swiss in Deutschland gegen den Staatsvertrag. Ein deutsches Gericht wies ihre Forderung ab, die Wochenendregelung vorläufig auszusetzen. Somit müssen die Flugzeuge an allen Wochenenden und zwölf süddeutschen Feiertagen beim Landeanflug die süddeutschen Gebiete fünf Stunden länger schonen.

Die Landung in Zürich erfolgt während dieser Ruhezeiten für Deutschland statt über die beiden Nordpisten auf der Westpiste 28, was den Flughafen-Anwohnern mehr Unruhe bringen dürfte.

Diese zweite Stufe des Staatsvertrags mit Deutschland folgt genau ein Jahr nach der Ausweitung der Nachtruhe für die süddeutschen Gebiete (22 bis 6 Uhr).

Probleme für den Zürcher Airport?

Der Flughafen Unique sieht grosse Probleme auf den Flugbetrieb zukommen, während das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) keine gravierenden Einschränkungen erwartet.

Für Flughafensprecherin Sonja Zöchling sind Verspätungen besonders am Morgen vorprogrammiert. Die Kapazität der im Vergleich mit den Nordpisten kürzeren Westpiste, die zudem nicht über ein Instrumentenlandesystem verfüge, sei geringer, sagte Frau Zöchling.

Die Flugsicherung Skyguide erwartet eine Abfertigungseinbusse in den Sperrzeiten von bis zu 35 Prozent. Je nach Wetterbedingungen müssen an einem Wochenende über 200 Flugzeuge auf die Westpiste umgeleitet werden.

Ausnahmefall: Schlechtes Wetter

Sollte jedoch je nach Wetter die Westpiste nicht angeflogen werden können, kann der Flughafen auch an den Wochenend-Sperrzeiten via Deutschland angeflogen werden. Dies sieht der Staatsvertrag in einer Ausnahmeregelung ausdrücklich vor.

Die erste Zerreissprobe dürfte das folgende Wochenende bringen, da das Konzept wegen des Allerheiligen-Feiertags am Freitag für drei Tage hintereinander gilt.

Flugemissionsgegner machen mobil

Der Schweizerische Schutzverband gegen Flugemissionen SFF ist mit der Situation grundsätzlich nicht einverstanden. Er verlangt für den Zürcher Flughafen eine Reduktion auf 250’000 Flugbewegungen pro Jahr.

Die von der Unique vorhergesehenen Verspätungen akzeptieren die Flugemissionsgegner nicht. Sie verlangen, dass vor allem am Morgen die Zahl der Flüge so weit reduziert wird, dass normal gelandet werden kann.

Der SSF ist auch dagegen, dass der zusätzliche Lärm in alle Himmelsrichtungen verteilt wird. Die Lösung besteht für ihn auch hier in einer Reduktion der Flugbewegungen.

Die Bürgerinitiative für solidarische Fluglärmverteilung hat für dieses Wochenende keine Aktionen geplant. Am 16. November werden aber im Ostanflugskorridor Mahnfeuer entzündet. Die Ortsgruppe Weisslingen wird eine Flugblattaktion starten.

Viele Bewohner von Nürensdorf verweigern die Dachziegel-Verklammerung ihrer Häuser. Damit soll Grossraumflugzeugen verunmöglicht werden, über die Piste 28 zu landen, ausser bei starkem Westwind. Solange die Dachziegel nicht verklammert sind, muss das Bundesamt für Zivilluftfahrt die Landung von Grossraumflugzeugen über der Piste 28 verbieten.


swissinfo, Etienne Strebel und Agenturen

An Wochenenden und Feiertagen dürfen Flugzeuge den Flughafen Zürich zwischen 20 und 9 Uhr nicht mehr über Süddeutschland anfliegen.
Die Anwohner des Unique-Airports müssen mit mehr Flugemissionen rechnen.

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