Miracle-Aktien: Wieder im Handel
Der Handel mit Aktien des Softwareherstellers Miracle wird wieder aufgenommen. Die Firma will in den nächsten Tagen Konkurs anmelden. Deshalb war der Handel ausgesetzt worden.
Miracle hatte am vergangenen Donnerstag (26.10.) die Einstellung des Betriebs wegen Liquiditätsproblemen angekündigt. 318 Mitarbeitern wird gekündigt. Auch am Montag (30.10.) war noch nichts von einem Sozialplan zu hören. Miracle-Sprecher Peter Fehlmann hatte erklärt, es lägen zur Zeit über 100 Stellenangebote von etwa 38 Firmen, insbesondere Softwareunternehmen, vor.
Nachdem die Hiobsbotschaft für die Beteiligten bekannt geworden war, wurde der Titel am Freitag (27.10.) vom Handel am SWX ausgeschlossen. Als am Montag die Aktien wieder gehandelt wurden, brach der Kurs innert Minuten um 90 Prozent zusammen: Am Montagmorgen kostete eine Aktie noch 5.60 Franken. Der Höchstkurs hatte im Februar bei knapp 1200 Franken gelegen.
Neuorientierung fraglich
Die Langenthaler Software-Firma befand sich schon länger in Schieflage. Ihre Enterprise Resource Planning (ERP) Software Miracle xrp hatte zu viele Probleme und die Finanzierung des ehemaligen Börsenlieblings geriet unter Druck – bis die Credit Suisse First Boston die 8 Mio. Tranche einer 23 Mio.-Wandelanleihe nicht ausbezahlen wollte. Der Geschäftsgang war zu schlecht.
Analysten sehen Miracle als Opfer des eigenen Börsenganges: Zu hohe Versprechungen wurden gemacht und entsprechend viel Geld kam rein, das in eine zu schnelle Expansion gesteckt wurde. Als dann die Verkäufe hinter den Erwartungen zurückblieben, begann das Ende.
Dieses Ende scheint definitiv zu sein. Um die Homepage der Firma kümmert sich offensichtlich niemand mehr. Dort ist immer noch von neuen strategischen Partnerschaften und Grossaufträgen die Rede.
Philippe Kropf
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