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Mövenpick mit roten Zahlen

Auch die Mövenpick Cafés brachten nicht die gewünschten Ergebnisse. Keystone

Der Gastronomie- und Hotelkonzern Mövenpick ist im letzten Jahr in die roten Zahlen gerutscht. Hunderte von Stellen werden gestrichen.

Nun sollen die Erträge an allen Fronten verbessert werden, wobei auch gespart wird. Den Massnahmen fallen hunderte Stellen vor allem in Deutschland zum Opfer.

Der Konzern hat 2001 einen Verlust von 11,6 Mio. Fr. hinnehmen müssen, nachdem er im Vorjahr noch einen Gewinn von 16,1 Mio. Fr. erzielt hatte. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag mit 7,9 Mio. Fr. um 74% unter demjenigen des Vorjahres, wie Mövenpick am Dienstag mitteilte.

Auch der Konzernumsatz sank um 2,4% auf 906,4 Mio. Franken. Keiner der Unternehmens-Bereiche habe das gewünschte Wachstum und die geforderten Ergebnisse erreicht. Grund für den beachtlichen Rückschlag seien vor allem die schwache Wirtschaft, die Folgen der Terroranschläge in den USA und der Swissair-Zusammenbruch.

Ausserdem hätten die Restrukturierungen des Fine Foods Geschäftes (Eis und Kaffee) nach der gescheiterten Expansion im asiatisch-pazifischen Raum viel Geld gekostet, gab Mövenpick bekannt.

Nun sollen kurzfristig alle Massnahmen zur Ergebnis-Verbesserung mobilisiert werden, wie Mövenpick-Finanzchef Urs Leinhäuser sagte.

300 bis 600 Stellen weg

Dabei setzt der Gastronomie- und Hotelkonzern das Sparbeil auch beim Personal an. Im laufenden Jahr sollen 300 bis 600 Arbeitsplätze gestrichen werden, der Löwenanteil davon in Deutschland. Genaue Angaben zu den Auswirkungen auf die Schweiz machte der Finanzchef nicht.

Dank hoher Fluktuation, die in einzelnen Betrieben bis zu einem Drittel betrage, sollten keine Entlassungen nötig sein, sagte Leinhäuser weiter.

Insgesamt hatte Mövenpick Ende Dezember 6488 Vollzeitstellen, davon 3145 in der Schweiz. In der EU seien es 3187 Arbeitsplätze, wobei Deutschland einen Anteil von 90% habe.

Einbruch im Gastronomiebereich

Jeder einzelne Bereich werde nun unter die Lupe genommen. «Wir müssen die Kapazitäten den geringeren Umsätzen anpassen», sagte Leinhäuser. Der Gastronomiebereich werde zurückgefahren.

Einzelne bediente Gaststätten an Autobahnen würden in Selbstbedienungs-Restaurants der Linie Marché umgewandelt, die profitabler seien. Bei einzelnen Betrieben würden Mietverträge nach ihrem Auslaufen nicht erneuert. «Im Prinzip wollen wir nur noch über die Marchés wachsen», fügte Leinhäuser hinzu.

Die Zukunftsaussichten sind allerdings nicht rosig. Die ersten zwei Monate im laufenden Jahr hätten «nicht sehr ermutigend» begonnen, sagte der Finanzchef. In Deutschland sei die Konsumstimmung schlecht. Und im Nahen Osten belasteten die Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern das Geschäft.

Die Ausschüttung einer Dividende sei vor dem Hintergrund des Ergebniseinbruchs nicht angebracht, heisst es in der Mitteilung weiter. Dennoch sei die Eigenkapital-Basis weiter solide, weshalb der Verwaltungsrat mit einer Nennwert-Rückzahlung das Kapital um 50% herabsetzen wolle.

swissinfo und Agenturen

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