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Neue ABB-Führung will umbauen und verkleinern

Der neue ABB-Chef Jörgen Dormann will die Konzern-Strategie schneller umsetzen. Keystone Archive

Der neue ABB-Chef Jörgen Dormann will den Konzernumbau schneller umsetzen. Dies betonte er in verschiedenen Interviews am Wochenende.

Dabei schloss Dormann Entlassungen beim schweizerisch-schwedischen Technologie-Konzern aus.

Zum Thema Entlassungen sagte Dormann dem Zürcher «Tages-Anzeiger»: «Das steht nicht an.» Die Zahl der Beschäftigten bei ABB werde zwar zurückgehen, doch dürfe man dies nicht mit «Entlassungen oder sonst was» in Zusammenhang bringen.

So fänden etwa die ABB-Angestellten bei der Sparte strukturierte Finanzierungen nach dem Verkauf bei General Electric einen neuen Arbeitsplatz, erklärte der neue ABB-Chef.

Trotz den Versicherungen Dormanns bangen die Angestellten um ihre Jobs. Für sie bricht nach dem Führungswechsel von letzter Woche eine weitere Zeit der Unruhe an.

Auf Kernbereiche ausrichten

Der Konzern soll «schneller und zügiger auf die Kernbereiche Automation und Energietechnik» ausgerichtet werden, sagte Dormann weiter. Gegenüber «NZZ am Sonntag» sagte Dormann, dass ABB kleiner werden würde.

Dormann hatte nach dem überraschenden Führungswechsel am vergangenen Donnerstag die operative Leitung übernommen. Er war bisher Vorsitzender des ABB-Verwaltungsrates.

Keine spektakulären Auswirkungen

Der Wechsel an der Spitze des Konzerns habe keine spektakulären Sofortauswirkungen, sagte Dormann. In den nächsten sechs bis zwölf Monaten werde es nicht zu wesentlichen Veränderungen kommen. An der Strategie, der Organisation und den Zielen für dieses Jahr ändere sich nichts.

Entscheidend sei, die Fünfjahresziele zu erreichen. «Wenn wir nicht einen Gang höher schalten, werden wir nicht dahin gelangen», sagte er weiter. Die betriebliche Leistung von ABB hinke jener der Wettbewerber immer noch hinterher, erklärte Dormann in einem Interview mit der «Finanz und Wirtschaft».

Differenzen mit Centerman

Der frühere Aventis-Chef will das Betriebsergebnis bis 2005 verdoppeln.

«Für 2002 sind 4 bis 5% Umsatzrendite geplant. Bei der Frage, wie man die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass bis 2005 10% daraus werden, gab es unterschiedliche Auffassungen», sagte Dormann weiter. Mit dem bisherigen ABB-Präsidenten, dem Schweden Jörgen Centerman, habe es Differenzen gegeben, sagte er dem deutschen Magazin «Focus».

Dormann will die undurchsichtige Kostenstruktur von ABB ändern und das Unternehmen dezentraler organisieren. «Es entstehen zu viele Kosten ausserhalb der Kontrolle derer, die für das Ergebnis verantwortlich sind.»

ABB drückt ein Schuldenberg, der sich Mitte 2002 auf 5,6 Mrd. Dollar aufgetürmt hat und bis Jahresende durch den Verkauf von Firmenteilen auf 2,6 Mrd. Dollar reduziert werden soll. Im ersten Halbjahr 2002 verbuchte ABB einen drastischen Gewinneinbruch um 62% auf 101 Mio. Dollar.

swissinfo und Agenturen

Auf Automation und Energietechnik ausrichten
Für 2002 4 bis 5% Umsatzrendite geplant
Mitte 2002 Schulden von 5,6 Mrd. Dollar
Mitte 2002 Gewinneinbruch von 62% auf 101 Mio. Dollar

Der neue ABB-Chef Jörgen Dormann will den Umbau des von Schulden geplagten Konzerns schneller verwirklichen. ABB soll kleiner werden und sich auf die Kernbereiche Automation und Energietechnik ausrichten.

Nach den Worten Dormanns wird zwar die Zahl der Beschäftigten zurückgehen, doch soll dies ohne Entlassungen geschehen.

Der neue Konzernchef will das Betriebsergebnis bis 2005 verdoppeln, die Kostenstruktur transparenter machen und das Unternehmen dezentraler organisieren.

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