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Presseschau vom 05.09.2003

Die Schweizer Zeitungen sind ernüchtert und ratlos angesichts der aktuellen Wirtschaftszahlen.

Uneinig sind sie bezüglich der neuen US-Haltung gegenüber der UNO.

Am Donnerstag waren die neuesten Zahlen zur Entwicklung des Bruttoinlandproduktes veröffentlicht worden.

Der CORRIERE DEL TICINO sieht immer mehr Rezession: «È sempre piu recessione.»

«Rezession sitzt tiefer als erwartet», titelt auch die AARGAUER ZEITUNG. Und auch der zitierte Ökonom gibt sich sehr zurückhaltend: «Jetzt sollten wir die Talsohle erreicht haben.»

Auch der BUND konstatiert, es sei ein «langer Anlauf zum Aufschwung».

Der Tenor im BLICK: «Es ist alles noch schlimmer als gedacht.» Im Visier hat das Boulevardblatt das Wirtschaftsministerium: «Die Fachleute von Deiss haben sich bös verhauen.» Statt endlich etwas zu tun, heisse die Devise «Schönreden mit System».

In der BERNER ZEITUNG kommt Wirtschaftsminister Deiss ausführlich zu Wort:

«Bundesrat Joseph Deiss ist über die Rezession in der Schweiz beunruhigt – weil das Land zu wenig fit ist. Er glaubt, dass sein Wachstumsprogramm Erfolg haben wird. ‚Weil es machbar ist‘, so Deiss.»

Welche Zukunft in Irak?

Die USA wollen die internationale Gemeinschaft in den Wiederaufbau in Irak einbinden. Allerdings stösst der US-Vorschlag für eine neue UNO-Resolution auf Skepsis.

«Die USA suchen Entlastung ohne Gegenleistung», kritisiert die BASLER ZEITUNG.

Die BERNER ZEITUNG mahnt hingegen, man müsse den Vorschlag ernst nehmen: «Ablehnen oder mitmachen? Für die Pokerprofis in Paris und Moskau stellt sich die Alternative nicht. (…) Washington lässt sich einbinden. Diese Chance sollten die Zwerge um Gulliver nicht verpassen.»

Skeptisch ist da der TAGES-ANZEIGER: «Steckt hinter der Wiederannäherung des US-Präsidenten an die UNO tatsächlich ein Kurswechsel und eine Rückbesinnung auf den Multilateralismus? Ist Bush wirklich klüger geworden, oder handelt er doch nur aus wahltaktischen Überlegungen?»

Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG weist darauf hin, dass nicht einfach alle Probleme gelöst sind, wenn die UNO einbezogen wird:

«Die Iraker selber stehen vor der klassischen Wahl zwischen höchst unsicherer Freiheit und einem Rückfall in die Tyrannei, die im Übrigen auch kaum Sicherheit, aber viel Terror-Willkür geboten hat.»

Die NEUE LUZERNER ZEITUNG findet: «Gut ein Jahr vor den bereits gewonnen geglaubten US-Präsidentenwahlen steht er plötzlich mit dem Rücken zur Wand. Bushs schönfärberische Durchhalteparolen und feierliche Aufrufe klingen immer hohler.»

Auch die AARGAUER ZEITUNG stellt die Situation in den USA selber ins Zentrum, betont jedoch den finanziellen Aspekt. Das Weisse Haus habe beim Kongress weitere 60 bis 70 Mrd. Dollar für die Stabilisierung des Iraks beantragt, schreibt das Blatt. Und titelt:

«Ein Fass ohne Boden.»

swissinfo, Eva Herrmann

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