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Presseschau vom 08.01.2003

Innerhalb der rechtsbürgerlichen Schweizerischen Volkspartei (SVP) regt sich wieder einmal Widerstand - die Berner Sektion hat sich deutlich von der Mutterpartei distanziert.

Das nahmen sich mehrere Kommentatoren zum Thema, ebenso wie die Anliegen der WEF-Gegner.

«Berner gehen auf Distanz», titelt der BUND auf der Front. «Ohne Gegenstimme haben sich (…) die SVP-Delegierten in Belp hinter das Positionspapier des kantonalen Parteivorstandes gestellt. Damit gingen sie klar auf Distanz zur SVP Schweiz.»

Die BERNER ZEITUNG sieht darin eine «Absage an Blocher-Kurs» und die NEUE LUZERNER ZEITUNG ortet einen «Hosenlupf zwischen Zürich und Bern».

Die nächste Runde steht bevor

Und der geht bald in die nächste Runde: Am kommenden Samstag an der Delegiertenversammlung der SVP Schweiz im luzernischen Hochdorf.

Die BERNER ZEITUNG schreibt: «Die Berner SVP bekennt sich zur Regierungsverantwortung und zum politischen Anstand. Die Frage bleibt, was das nützt, wenn die schweizerische SVP ihr Heil in einer populistischen Oppositionsrolle sieht. (…) Die Feuertaufe steht bevor: Nächsten Samstag verabschiedet die Schweizer SVP ihre Wahlplattform. Für die Berner Delegation wird sie zum eigentlichen Glaubwürdigkeitstest.»

Auch der BUND zeigt sich von seiner skeptischen Seite: «[Es] droht die Gefahr, dass Berner auf der Erfolgswelle jener mitreiten, die sie eines ‚unredlichen Doppelspiels‘ bezichtigen. Das stärkt kaum die Glaubwürdigkeit (…). Solange die SVP Schweiz ihre rüde Gangart beibehält, sind die Berner Abgrenzungsbemühungen (…) vorweg eine Beruhigung für die eigenen Wähler (…).»

Denn für die AARGAUER ZEITUNG ist klar: «Blochers Ton macht die Musik».

NGO verlangen von Multis Verantwortung



Themenwechsel mit dem Corriere del Ticino: «Nel mirino le multinazionali» – «Die Multis im Fadenkreuz».

Nichtregierungsorganisationen wollen den multinationalen Konzernen auf die Finger schauen und zu sozialer und ökologischer Verantwortung zwingen. Das haben die Veranstalter des «Public Eye on Davos» einer Gegenveranstaltung des «World Economic Forum», erklärt.

Für den BUND ist das ein «Nebenprogramm mit Oskar.» Weil: «Die Eröffnungsrede hält der deutsche Ex-Minister Oskar Lafontaine. Da hofft man auf Interesse beim Fernsehen.»

Der BLICK gibt sich entsetzt, dass die Organisatoren des «Public Eye», nichts von einem Auftritt von Bundesrat Pascal Couchepin wissen wollen: «Pascal Couchepin? Nein danke! Unser Bundespräsident ist beim ‚Public Eye on Davos‘ als Eröffnungsredner nicht erwünscht. (…) Couchepin ist ihnen zu sehr Globalisierer und Liberalisierer; zu sehr ‚auf der Seite der Grosskonzerne und ihrer Machtnetze‘.»

Couchepin selber habe laut BLICK «etwas betupft» auf die Ausladung reagiert.

swissinfo, Philippe Kropf

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