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Presseschau vom Samstag, 24.08.2002

Expo will zusätzlich maximal 70 Mio. Franken

Auf die Bekanntgabe, dass ein Pilotenfehler zum Absturz einer Crossair-Maschine im Januar 2000 bei Nassenwil geführt hat, reagieren mehrere Zeitungen mit konkreten Fragen.

Weiteres Thema ist das Ersuchen der Expo.02 um einen neuen Zusatzkredit.

«Was macht das Bazl?»,

fragt DER BUND und weist auf beschränkte Ressourcen des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (Bazl), dem die Aufsicht über den Luftverkehr in der Schweiz obliegt, hin.

«Das Bazl hätte schon lang vor dem Unfall den Airlines genauer auf die Finger schauen sollen. Erst im vergangenen Frühling stockte der Bundesrat den Personalkredit des Bazl auf. Wieso geschah dies so spät? Und reichen die Mittel jetzt aus?».

«Alles im Griff in Basel?»,

titelt der TAGES-ANZEIGER und fragt weiter:

«Kann man noch ruhigen Gewissens in eine Maschine der ehemaligen Crossair einsteigen? Werden die Checks seriös gemacht? Sitzen im Cockpit Piloten, die unser Vertrauen verdienen?».

Das endlose Gezänk zwischen dem Management und den ehemaligen Crossair-Piloten oder die «Unsichtbarkeit» des Verwaltungsrats-Präsidenten heizten das Misstrauen noch zusätzlich an, fügt der TAGI hinzu. Jetzt sei die Swiss-Spitze zwar endlich in die Offensive gegangen. Aber:

«Das Vertrauen wird erst dann zurückkehren, wenn man sich nicht ständig fragen muss, welche Hiobsbotschaft als Nächstes kommt.»

Für die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG wirft das Grounding der Swissair

«noch immer lange Schatten auf die zivile Luftfahrt in der Schweiz».

Mit dem raschen Beizug eines international erfahrenen Nothelfers mit weitreichenden Kompetenzen hätten Verwaltungsrat und CEO der Swiss rasch und heftig reagiert:

«Der Rückgriff auf einen weiteren fliegenden Holländer ist auch ein Eingeständnis der Verantwortlichen, dass die in der Not im kleinen Nest der Regionalfluggesellschaft geborene Swiss mit Crossair-Leuten allein in den obersten Führungsetagen auf Dauer nicht bestehen kann»,

ist die NZZ überzeugt und weist auch auf den «unvermindert tobenden Kulturkampf» zwischen Mitarbeitern von Swissair und Crossair hin:

«Bis zur Deadline für eine Einigung mit den Piloten verbleiben noch ganze drei Wochen. Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass auch ein weiterer Holländer an der Spitze nur wenig ausrichten kann, wenn die Schweizer an der Basis sich nicht auf eine gemeinsame Firmenkultur verständigen können.»

Fürs Risiko gebe es keinen Blankocheck, meint die BASLER ZEITUNG und lobt das rasche Handeln der Swiss-Spitze. Es gebe immer wieder Unregelmässigkeiten, wenn geflogen wird:

«Das ist bei allen Fluggesellschaften so. Die Sicherheit ist eine Daueraufgabe. Und die Swiss-Verantwortlichen scheinen das begriffen zu haben.»

Sollte der Besucherstrom gegen Ende nicht stark anschwellen, müsste ein fünfter Nachtragskredit für die Expo formuliert werden, erklärte die Expo-Leitung.

«Dass die Expo mehr Geld verlangt, kommt nicht überraschend»,

schreibt die Genfer Zeitung LE TEMPS. Aber das Ganze hinterlasse

«un certain malaise»,

ein gewisses Unbehagen. Ein ungutes Gefühl komme hoch bei der Erkenntnis, dass man systematisch vor ein «fait accompli» gestellt werde:

«Der Bund wird keine andere Möglichkeit haben, als erneut Geld zu geben. Und der mitzahlende Bürger fühlt sich berechtigterweise übergangen.»

Die BERNER ZEITUNG kommentiert die Expo-Forderung mit einem grossen Bild. Darauf sind Bundesrat Joseph Deiss und Bundespräsident Kaspar Villiger zu sehen. Sie befinden sich an der Expo und stehen vor einer Geldvernichtungsmaschine. Beide hatten

«konkret vor Augen, wie an der Landesausstellung Geld verschwindet».

Alina Kunz Popper

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