The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Top Stories
Debatten
Newsletter
Top Stories
Schweiz verbunden
Podcast

Schweiz lockert Geldpolitik

swissinfo.ch

Die Nationalbank (SNB) lockert ihre Geldpolitik weiter: Die Bandbreite für den Leitzinssatz wurde um einen halben Prozentpunkt gesenkt.

Am Freitag hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) wie erwartet das Zielband für den Dreimonate-Libor-Zinssatz um 0.5 Prozentpunkte auf 1,25% – 2,25% gesenkt. Mit diesem kurzfristigen Geldmarktinstrument setzt die Nationalbank den Geschäftsbanken Signale. Insgesamt wurde der Leitzinssatz seit Jahresbeginn um 1,75 Prozentpunkte gesenkt, was einer deutlichen Lockerung der Geldpolitik gleichkommt. Der Leitzins fällt damit auf den Stand von Anfang 2000 zurück.

Den Währungshütern ist der starke Franken – im Blick auf den kommenden Euro und auf den Konjunkturverlauf – ein Dorn im Auge. Ausserdem gibt es keine Anzeichen einer Gefährdung der Preisstabilität. Die SNB revidiert im weiteren fürs laufende Jahr ihre Schätzung: Das Wachstum des realen Bruttoinlandprodukts (BIP) dürfte nur noch 1,5% betragen. Im Jahr 2002 dürften es noch 1% sein. Bleiben die Geldmarktzinsen konstant, werde die Teuerung in den nächsten drei Jahren zwischen 0,9 und 1,5% liegen.

Exportwirtschaft zufrieden

Der Wirtschaftsdachverband «economiesuisse» hat die erneute Lockerung des geldpolitischen Kurses der Nationalbank begrüsst. «Wir haben den Zinsschritt erwartet und sind froh, dass die Notenbank gehandelt hat», sagte «economiesuisse»-Sekretär Rudolf Walser.

Ein zu starker Franken ist Gift für die Exportindustrie und auch für den Tourismus – zwei der Wirtschaftsektoren in der Schweiz, denen traditionsgemäss in der Überwindung von Konjunkturschwächen eine wichtige Funktion zukommt. Ein Nullentscheid der SNB hätte aufgrund einer gegenteiligen Erwartungshaltung einen weiteren Aufwertungsdruck auf den Franken erzeugt. Der Grossteil der Schweizer Exporte geht in den EU- sprich Euro-Raum.

Als «sehr reichlich» bezeichnet auch die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich, KOF, den Schritt der SNB. Das Ausmass der Senkung sei grösser als erwartet. Die Konjunkturforschung Basel AG (BAK) hatte dagegen mit einem Zinsschnitt von 0.25 bis 0,5 Prozentpunkten gerechnet.

Die BAK glaubt, dass weitere Senkungsrunden folgen könnten, falls sich der Franken als «Save Haven»-Finanzplatzwährung aufgrund der politischen Lage gegenüber dem Euro weiter aufwerten sollte. Auch bei «economiesuisse» glaubt man, dass ein Franken/Euro-Wechselkurs von 1,50 bis 1,53 Fr. realistischer sei als 1,46 bis 1.47 Fr. wie in den letzten Wochen.

Am Donnerstag, also einen Tag vor der SNB-Bekanntgabe, beliess die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen für den Euro auf demselben Niveau. Falls sich die Inflation im Euro-Raum aber weiter verlangsamt, dürften auch im Euro-Bereich Zinssenkungen zu erwarten sein.

swissinfo und Agenturen

Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!

Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft