Schweizer Berge in Berlin
Berlin, Schweizer Botschaft, Schweizer Prominenz: Diesen Sonntag launcht die Schweiz an der weltweit grössten Tourismus-Messe in Berlin ihr UNO-Bergjahr.
Die touristische Schweiz ist diesen Winter mit weniger als einem blauen Auge davongekommen. Nach dem Schock vom letzten September befürchtete man das Schlimmste, doch schliesslich setzte der Schneemangel im Februar der Tourismus-Industrie mehr zu als die befürchteten Buchungs-Rückgänge.
Berge und Prominenz
In marketingmässig bester Übereinstimmung hatte die Promotions-Institution «Schweiz Tourismus» schon lange für 2002 das Motto «Jahr der Berge» eingeplant – parallel zum UNO-Bergjahr, und wohl auch mit einem Seitenblick auf die UNO-Beitritts-Abstimmung Anfang März.
Botschafter Thomas Borer, Expo-02-Botschafterin Shawne Fielding, der UNO-Spezialbeauftragte und alt-Bundesrat Adolf Ogi sowie Jürg Schmid, Direktor von «Schweiz Tourismus», bereiten für den Sonntag einen grossen Event in Berlin vor. An der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) trifft sich gegenwärtig einer der grössten Wirtschafts-Branchen der Welt, die Tourismus-Industrie.
Fast 700 Mio. Auslandreisen weltweit
Im Rekordjahr 2000 hatte der Tourismus fast 700 Mio. Auslandreisen umgesetzt. Die Schweiz zählt rund 9 Mio. Gäste aus dem In- und Ausland, was ihr einen direkten Umsatz von über 11 Mrd. Franken gibt. Die Branche zählt zu den grössten Exporteuren, entfallen doch rund die Hälfte aller Tourismus-Einnahmen auf ausländische Gäste. Davon wiederum stammt ein grosser Teil aus Deutschland.
Berlin ist also der ideale Ort, den Deutschen und der ganzen Touristikwelt den 2002er Bergsommer als das Internationalste aller Schweizer Ferienprodukte vorzustellen. 75 Prozent aller Gäste aus Übersee bereisen die Schweiz im Sommer und «generieren» dabei rund 3,75 Mio. Logiernächte.
Weltweite Bergsommer Kampagne
Mit fast fünfzig Viertausender platziert sich die Schweiz im ebenen Berlin als europaweite Spitze. Der Bergsommer wird an der ITB darüber hinaus als Erlebnis für alle Sinne dargestellt: Das Jungfraugebiet mit dem 24 km langen Aletsch-Gletscher, kürzlich im Inventar des UNESCO-Welterbes aufgenommen, spielt dabei eine besondere Rolle.
50’000 Fachbesucher
Zur ITB werden rund 50’000 Fachbesucher aus über 190 Ländern erwartet. Dazu kommen die normalen Besucher, die sich an den vielen Ständen nach Ferien erkundigen. Gegenüber 2001 hat sich die Anzahl der Aussteller verringert, weil nach dem Terrorherbst und dem Konjunktur-Einbruch 2001 Sparübungen angesagt sind.
Doch als Tourist hat der Konsument erfahrungsgemäss oft ein Kurzzeit-Gedächtnis. Deshalb kommt die Promotion der Schweiz im antizyklischen Zeitpunkt im besten Moment, wird das Land doch bereits als sichere Reisedestination erachtet.
Alexander P. Künzle, Berlin
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