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Sinkende Teuerung

Trotz gestiegener Konsumentenpreise sinkende Inflation. Keystone

Die Teuerung in der Schweiz ist im November weiter gesunken. Mit 0,3% erreichte sie den tiefsten Stand seit Februar 1999.

Im Oktober hatte die Jahresteuerung noch bei 0,6% gelegen, im November 2000 sogar bei 1,9%, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag bekannt gab. Während sich Benzin und Heizöl stark verbilligten, wurden Kleider teurer.

Konsumentenpreise gestiegen

Der Landesindex der Konsumentenpreise stieg gegenüber Oktober um 0,1% und erreichte den Stand von 101,4 Punkten. Der Rückgang der Jahresteuerung trotz steigendem Index ist auf den statistischen Basiseffekt zurückzuführen.

Werden die Preise für Nahrung, Getränke, Tabak, Saisonprodukte, Energie und Treibstoffe ausgeklammert (Kerninflation), stieg die Jahresrate leicht von 0,8% im Oktober auf 0,9% im November.

Weitere Zinssenkung erwartet

Andreas Höfert, Ökonom von UBS Warburg, geht davon aus, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) angesichts der tiefen Teuerung am 7. Dezember eine Lockerung der Geldpolitik bekannt geben wird. Er erwartet eine Senkung des Zielbands für den Dreimonate-Libor um 0,5 Prozentpunkte. Es wäre die vierte Senkung im laufenden Jahr.

Davon geht auch Josef Perrez von der Zürcher Kantonalbank aus. Wegen der schwachen Konjunktur, der düsteren Aussichten auf dem Arbeitsmarkt und des starken Schweizer Frankens sei eine Senkung um 0,5 Prozentpunkte angebracht. Die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Zinsschnitts sei mit den neuesten Zahlen grösser geworden.

Dieser Ansicht ist auch Bernard Lambert von der Bankt Pictet & Cie. Er rechnet ebenfalls mit einer Senkung des Zinsbands um 0,5 Prozentpunkte. Noch weiter geht Serge Gaillard, Zentralsekretär des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes. Die tiefe Teuerung lasse eine Zinssenkung um 1,0 Prozentpunkte zu.

Bekleidung und Schuhe teurer

Die leichte Zunahme des Konsumentenpreis-Indexes im November ist laut BFS vor allem auf die Preise für Bekleidung und Schuhe zurückzuführen, die um 8,8% stiegen. Damit wurden die Ausverkaufspreise vom Februar und August praktisch wieder ausgeglichen.

Höhere Preise mussten auch für Gebrauchsgegenstände wie Uhren, Reisetaschen, Schirme und Toilettenartikel bezahlt werden. Auch Dienstleistungen wurden teurer. Der Index für «Sonstige Waren und Dienstleistungen» stieg insgesamt um 0,2%.

Billigeres Gemüse, teurere Würste

Rückläufig war der Index für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke (-1,0%). Dies ist in erster Linie den günstigeren Preisen für Gemüse und Früchte zu verdanken. Wurstwaren dagegen wurden wieder teurer.

Deutlich billiger wurde das Heizöl. Der Preis sank im Vergleich zum Oktober um 9,6%, gegenüber November 2000 sogar um 27,5%.

Der Mietpreisindex stieg im Vergleich zur Vorerhebung im August um 0,3%. Das gesamtschweizerische Mietzinsniveau lag damit um 1,7% höher als vor Jahresfrist.

Im Bereich Verkehr wurden nur die Treibstoffpreise erhoben. Sie sanken gegenüber dem Vormonat um 3,1%, gegenüber dem Vorjahr um 11,8%.

Importe verbilligten sich

Als Folge der tieferen Preise für Erdölprodukte sanken die Preise für Importe innert Jahresfrist insgesamt um 3,5%. Gegenüber dem Vormonat nahmen sie wegen der höheren Kleiderpreise dagegen um 0,3% zu.

Die hausgemachte Teuerung stieg im November im Jahresvergleich um 1,6%. Im Vergleich zum Oktober verteuerten sich die inländischen Produkte um 0,1%.

swissinfo und Agenturen

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