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Skyguide war in Unglücksnacht regulär besetzt

Fast zwei Monate nach der Flugzeug-Katastrophe am Bodensee mit 71 Toten dauert die Suche nach den Ursachen weiter an.

Mit einem Abschluss-Bericht wird nicht vor Mitte 2003 gerechnet. Noch ungeklärt sind auch die Verschuldens- und Haftungsfrage.

Die deutschen Flugunfall-Experten (BFU) veröffentlichten am Montag einen weiteren Zwischenbericht. Daraus geht her vor, dass zusätzlich zu den beiden Lotsen in der Unglücksnacht auch eine Assistentin Dienst gehabt hat. Sie sei aber nur für die Entgegennahme, Verarbeitung von Meldungen und Flugplänen zuständig gewesen.

Normale Nachtschicht-Besetzung

Zum Zeitpunkt der Kollision sei sie zusammen mit einem Lotsen im Kontrollraum gewesen. Ein zweiter Lotse habe gerade ausserhalb des Raumes Pause gemacht. Diese Besetzung habe der normalen Nachtschicht-Besetzung entsprochen, teilte die BFU mit.

Die Behörde bestätigte damit jetzt offiziell Medienberichte über die Anwesenheit einer Frau im Kontrollraum der Flugsicherung.

Im weiteren Verlauf der Untersuchung sollen nun die Erkenntnisse weiter vertieft werden. Im Blick der Ursachenforscher sind vor allem die verschiedenen «Arbeitsplätze», die an dem Unglück beteiligt waren. Dazu gehören die Cockpits der beiden Unglücksmaschinen und die Flugsicherung.

Haftung noch offen

Am Freitag habe in Bern ein informelles Treffen zwischen dem Deutschen Bundesministerium und Skyguide stattgefunden, sagte Dieter Leutwyler, Sprecher des Finanzdepartementes, am Montag. Dabei sei die Rechtslage des Flugunfalls dargelegt worden.

Ein Entscheid über die Haftung sei aber nicht gefallen, sagte der Sprecher weiter. Erst müsse die Verschuldensfrage geklärt werden.

Und zur Klärung des Verschuldens muss die Unfallursache feststehen. Noch würden Fakten zusammengetragen, die erst am Ende der Untersuchungen von den BFU-Experten beurteilt würden. Mit dem Schlussbericht wird nicht vor Mitte des nächsten Jahres gerechnet.

Bei Flugzeug-Katastrophe waren in der Nacht zum 1. Juli 71 Menschen ums Leben gekommen. Über dem Nordufer des Bodensees waren eine russische Passagier-Maschine und ein Frachtflugzeug in 11’000 Meter Höhe zusammengestossen und abgestürzt.

Vor der Katastrophe wollten die Besatzungen der beiden Maschinen den Zusammenstoss noch in letzter Sekunde verhindern, wie die BFU bereits zuvor mitgeteilt hatte.

Die Auswertungen ergaben zudem, dass der Pilot der Boeing-Frachtmaschine seinen Sinkflug erst später als ursprünglich angenommen an den Fluglotsen in Zürich meldete.

Nach einer entsprechenden Aufforderung des automatischen Kollisionswarngeräts TCAS ging der Boeing-Pilot 36 Sekunden vor der Kollision in den Sinkflug. Die Mitteilung darüber an die Flugsicherung Zürich machte er jedoch erst 13 Sekunden vor dem Zusammenstoss.

swissinfo und Agenturen

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