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Sorgt Zurich Financial für Überraschungen?

Zurich Financial Keystone Archive

Die Augen der Finanzleute richten sich mit Spannung auf die Zurich Financial Services.

Der krisengeschüttelte Finanz-Konzern legt am Donnerstag die Zahlen zum ersten Halbjahr vor. Erwartet wird, dass der neue Chef James Schiro reinen Tisch macht.

Die Spekulationen rund um Zurich Financial Services sind auch nach dem abrupten Abgang des langjährigen Zurich-Chefs Rolf Hüppi in den vergangenen Monaten nicht abgeklungen. Der neue Zurich-Konzernchef Schiro hat im vergangenen Mai ein schwieriges Erbe angetreten. Inmitten der anhaltenden Bösenflaute sollte er den Versicherungstanker wieder auf Kurs bringen.

Am Donnerstag erwartet die Finanzgemeinde nun Klarheit über die neue Strategie. Dies sei die letzte Gelegenheit für den neuen Konzernchef, die «Fehler der Vergangenheit» offenzulegen, heisst es bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB).

Brodelnde Gerüchteküche

In den vergangenen Wochen spitzten sich die Gerüchte über die Zukunft der Zurich zu. Von Übernahme etwa durch die deutsche Allianz war die Rede, vom Verkauf der US-Tochtergesellschaft Farmers oder von einer Kapitalerhöhung.

Wie realistisch diese verschiedenen Massnahmen wären, wird von Analysten unterschiedlich beurteilt. Die ZKB erachtet den Verkauf der «Cash-Cow» Farmers als eher unwahrscheinlich. Andere Devestitionen oder eine Kapitalerhöhung scheinen dagegen auf der Hand zu liegen.

Der Wertverlust des Eigenkapitals durch die schlechte Börse im ersten Halbjahr 2002 dürfte alleine zirka 3 Mrd. Franken betragen, errechneten Analysten. Die Zurich selber hat in der Vergangenheit mehrfach betont, dass verschiedene Möglichkeiten zur Stärkung der Eigenmittel geprüft würden.

Verlust von bis zu 150 Mio. Dollar möglich

Das Resultat für das erste Halbjahr 2002 wird auch das schwierige Umfeld spiegeln, in dem sich die Versicherungs- und Finanzdienstleistungsbranche befindet. Die Schätzungen von Analysten für die ersten sechs Monate reichen von einem Reinverlust von 150 Mio. Dollar bis zu einem Gewinn von 187 Mio. Dollar. In der Vorjahresperiode erzielte die Zurich einen Gewinn von 861 Mio. Dollar.

An der Börse sind die anhaltenden Unsicherheiten bei Zurich in den vergangenen Monaten schlecht aufgenommen worden. Seit Jahresbeginn büssten die Titel um 68 Prozent ein. Das nachdem die Kurse schon im vergangenen Jahr um 60 Prozent abgesackt waren.

Am Mittwoch verloren Zurich-Aktien. Der Handel mit den Aktien von Zurich wurde durch die allgemein schlechte Stimmung an der Börse beeinflusst. Er verlief aber auch im Hinblick auf die erwartete Weichenstellung in den vergangenen Tagen hektisch.

swissinfo und agenturen

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