Sozialwerke: Millionen-Defizit
Trotz höheren Beträgen resultiert bei AHV, IV und EO für das Jahr 2001 ein Defizit von 350 Millionen. Grund: gesunkene Aktienkurse und höhere Renten.
Budgetiert war für das Jahr 2001 ein Defizit von 570 Millionen, wie der Ausgleichsfonds der AHV am Donnerstag mitteilte. Die Erträge der Sozialwerke beliefen sich auf 38,89 Milliarden, während die Aufwendungen 39,24 Milliarden betrugen. Im Jahr 2000 konnte noch ein Überschuss von 442 Millionen präsentiert werden.
In erster Linie sei die generelle Erhöhung der Renten um 2,5% der Grund für dieses Ergebnis, sagte Anton Streit, Vizedirektor des Bundesamtes für Sozialversicherung. Negativ ausgewirkt hätten sich auch die Kursverluste an den Aktienmärkten.
Die Kursverluste belasteten den Ausgleichsfonds derart, dass die so genannte Bewertungsreserve von 719 Millionen auf Ende 2001 aufgelöst wurde. Diese ist als Ausgleich für die Schwankung von Aktienkursen angelegt worden.
Beiträge um 5,5% gestiegen
Erneut gestiegen sind dagegen die Beiträge der Versicherten und Arbeitgeber; diese nahmen um 5,5% auf 26 Mrd. Franken zu. Darin wiederspiegelt sich die gestiegene Zahl der Beschäftigten und die daraus resultierende höhere Lohnsumme.
Aus Einnahmen der Mehrwertsteuer bezog die AHV 1,86 Milliarden. Die öffentliche Hand steuerte weitere 10,55 Milliarden bei.
Minus der IV erneut gestiegen
Die Einnahmen der AHV stiegen insgesamt um 2,9% auf 29,62 Milliarden an. Demgegenüber nahmen die Aufwendungen deutlich stärker um 4,9% zu und lagen bei 29,08 Milliarden. Der Überschuss der AHV betrug 538 Millionen gegenüber 1,07 Milliarden im Jahr 2000.
Die IV schloss bei Einnahmen von 8,46 Milliarden und Ausgaben von 9,47 Milliarden mit einem Minus von 1,01 Milliarden ab. Im Jahr 2000 hatte ihr Defizit noch 820 Millionen betragen.
Bei der EO sanken die Einnahmen um 6,7% auf 813 Millionen, während die Aufwendungen um zwei Prozent zunahmen und sich auf 694 Millionen beliefen. Daraus resultierte ein von 192 auf 120 Millionen reduzierter Überschuss.
Gesamtvermögen sank
Das Gesamtvermögen des Ausgleichsfonds belief sich Ende 2001 auf 23,52 Milliarden. Das sind 350 Millionen weniger als im Vorjahr. Das Vermögen der AHV betrug 23,26 Milliarden, was 80% der Jahresausgaben entspricht. Im Vorjahr waren es 81% gewesen.
Die IV war Ende 2001 mit einem Verlustvortrag von 3,31 Milliarden belastet. Die EO verfügte über ein Vermögen von 3,57 Milliarden.
Einbruch der Performance
Das Gesamtvermögen der Sozialwerke von 23,52 Milliarden teilt sich in ein Betriebskapital von 2,74 Milliarden und ein Anlagevermögen von 20,78 Milliarden. Ende 2001 waren 83% des Anlagevermögens in festverzinsliche Anlagen in Schweizer Franken oder in Schweizer Wertpapiere investiert. Die übrigen 17% entfielen auf Anlagen in Fremdwährungen oder internationale Aktien.
Die Performance dieser Anlagen betrug -2,6%. Im Vorjahr waren es noch 4,2% gewesen. Stark eingebrochen ist die Performance der Schweizer Aktien (-21,1%) und der internationalen Aktien (-15,7%).
swissinfo und Agenturen
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