Sturm auf die Obstschale
Herr und Frau Schweizer essen zu wenig Gemüse und Früchte. Eine neu lancierte Kampagne will Abhilfe schaffen.
Personen, die weniger als zwei Früchte- oder Gemüse-Portionen pro Tag verzehrten, sollten zu einer zusätzlichen Portion motiviert werden, sagte Lukas Zemp von der Krebsliga und Leiter der Kampagne «5 am Tag Früchte und Gemüse» am Montag in Bern.
Ein Drittel hat Übergewicht
Grundlage für die Ernährungs- und Präventionskampagne bildete die Nutri-Trend-Studie aus dem Jahr 2000. Demnach ernähren sich rund 30% der Schweizerinnen und Schweizer zu ungesund, besonders junge Männer.
76% der Befragten machen sich zwar Gedanken über ihre Ernährung. Ein Drittel der Schweizer sind jedoch übergewichtig. Durchschnittlich werden Früchte oder Fruchtsäfte täglich nur 1,7 Mal konsumiert – Salat sogar nur 1,3 Mal pro Tag.
«Das ist weit entfernt von den empfohlenen Portionen», sagte Zemp weiter. Diese sehen 5 Portionen am Tag vor, davon idealerweise 3 Gemüse- und 2 Früchte-Rationen.
Aufklärungsarbeit
Die in den USA seit rund zehn Jahren aktive Kampagne «5-a-Day» dient der Schweizer Kampagne als Vorlage. Zu deren Initianten gehören neben der Schweizerischen Krebsliga auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG), die Schweizerische Stiftung für Gesundheitsförderung (Stiftung 19) und die Schweizerische Vereinigung für Ernährung (SVE).
TV-Spots, Faltblätter und Aktionstage auf Schweizer Bahnhöfen sollen dafür sorgen, dass nach 5 Jahren 50% der Bevölkerung die Kampagne kennen. Um das Konsum-Verhalten künftig zu ändern, werde das vorhandene Angebot leichter verfügbar, genussvoll präsentiert und preiswert dargeboten, sagte Zemp.
Bruno Pezzatti, Direktor des schweizerischen Obstverbands empfahl, einheimische Produkte zu bevorzugen. So beeinflusse der Konsument nicht nur seine Gesundheit, sondern wegen kürzerer Transportwege auch die Umwelt. 40% der insgesamt konsumierten Früchte würden in der Schweiz angebaut.
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch