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Sulzer Medica und Sulzer bieten eine Milliarde Dollar

Sulzer Medica-Chef Rietiker kommt der Vergleich teuer zu stehen - doch der Krach mit Sulzer scheint zumindest vom Tisch. Keystone Archive

Sulzer und Sulzer Medica sind einem Vergleich mit den Opfern von defekten Hüft- und Knieimplantaten in den USA einen Schritt näher gekommen.

Der Gesamtumfang des in der Nacht auf Samstag unterzeichneten Vergleichvorschlags sei von rund 780 Millionen auf eine Milliarde Dollar (rund 1,71 Mrd. Franken) angestiegen, wie die beiden Unternehmen Sulzer und Sulzer Medica mitteilten.

Die Kosten für Sulzer Medica belaufen sich dabei auf 725 Mio. Dollar. Davon sollen 425 Millionen aus dem Unternehmens-Gewinn finanziert und bar bezahlt werden. Für die übrigen 300 Millionen werde ein Finanzierungs-Instrument geschaffen, an welchem die bisherigen Aktionäre partizipieren.

Mitmachen von Sulzer: Kein Schuld-Eingeständnis

Die Vereinbarung schliesst die Sulzer AG, den ehemaligen Mutterkonzern der Sulzer Medica, ein. Sulzer beteiligt sich mit 50 Mio. Dollar an dem Vergleich. Zusätzlich schiesst der Konzern seine 480’000 verbliebenen Sulzer-Medica-Aktien ein und verzichtet zu Gunsten des Vergleichs auf eine Versicherungs-Deckung von rund 200 Mio. Dollar.

Sulzer will das Mitmachen jedoch nicht als Schuld-Eingeständnis an den fehlerhaften Implantaten verstanden wissen.

200’000 Franken pro Patient – nicht mehr Abschreibungen

Das neue Angebot sieht eine Entschädigungs-Zahlung von 200’000 Franken pro Patient vor. Zuvor hatte Sulzer Medica den Patienten je 50’000 Franken geboten.

Bei Sulzer Medica ergebe sich durch die Erhöhung kein neuer Abschreibungsbedarf, sagte Sulzer-Medica-Sprecher Andy Bantel. Die bereits getätigten Rückstellungen seien ausreichend.

«Die jetzt von allen Beteiligten unterzeichnete Grundsatzvereinbarung ist der entscheidende Meilenstein zur Lösung des US-Schadenfalls von Sulzer Orthopedics Inc.», wird Stephan Rietiker, Konzernchef von Sulzer Medica, in der Mitteilung zitiert.

Verbot von Einzelklagen verlängert

Dank der Unterzeichnung bleibt die aufschiebende Wirkung für Einzelklagen von geschädigten Patienten gegen Sulzer Medica und Sulzer bis zum kommenden 22. Februar bestehen.

Innerhalb dieser Frist sollen noch letzte Details des Vorschlages bereinigt werden. Richterin O’Malley wird im Mai definitiv entscheiden, ob der Vergleichsvorschlag zugelassen wird.

Bisher mussten aufgrund von fehlerhaften Knie- und Hüftimplantaten insgesamt 3347 Patienten nochmals operiert werden. Über die Haftung dieser Schäden war zwischen Sulzer und Sulzer Medica ein heftiger Streit entbrannt. Sulzer hatte bisher eine Beteiligung an dem Vergleich, die über den Verzicht auf die Versicherungs-Summe hinaus geht, strikt abgelehnt.

Der Konzern berief sich dabei auf eine Schadloshaltungs-Klausel, welche Sulzer Medica bei der Abspaltung vom Sulzer-Konzern unterzeichnet habe. Ein Schiedsgericht-Verfahren, welches Sulzer zur Klärung der Verantwortlichkeiten eingeleitet hatte, ist laut Sulzer Medica mit der neu erzielten Einigung hinfällig geworden.

swissinfo und Agenturen

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