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Swiss mit 333 Millionen Halbjahres-Verlust

Näherkommen nicht nur auf dem Rollfeld? Maschinen der Swiss und Lufthansa. Keystone

Das Zwischenergebnis ist damit besser ausgefallen als von den Analysten erwartet. Es liegt auch über dem Minus von 447 Mio. Franken in der Vorjahres-Periode.

Das Ringen der Schweizer Airline ums Überleben geht aber weiter. Entscheide in der Allianz-Frage sollen demnächst fallen.

Die Schweizer Fluggesellschaft Swiss hat im ersten Halbjahr 2003 bei einem Umsatz von 2,098 Mrd. Franken einen Verlust von 333 Mio. Franken verzeichnet. Mit einem Verlust von 133 Mio. Franken sei das zweite Quartal besser ausgefallen als das erste mit einem Minus von 200 Mio. Franken, erklärte Swiss am Dienstag weiter.

Verbesserung gegenüber 1. Semester 2002

Gegenüber dem Vorjahres-Verlust von 447 Mio. Franken sei eine Verbesserung erzielt worden. Das Betriebsergebnis zeigt nach sechs Monaten einen Verlust von 346 Mio. Franken (Vorjahreswert 433 Mio.). Das Finanzergebnis habe einen Gewinn von 15 Mio. Franken beigesteuert.

Die aus den eingeleiteten Restrukturierungs-Massnahmen anfallenden Kosten sind laut Swiss im vorliegenden Halbjahres-Abschluss nicht enthalten. Diese Kosten dürften bei 200 Mio. Franken liegen, hiess es. Sie würden in der zweiten Jahreshälfte verbucht.

Kostensenkungs-Massnahmen greifen

Das Ergebnis liegt über den Schätzungen der Finanzexperten. Die Zürcher Kantonalbank hatte den Halbjahresverlust auf 540 Mio. und den Umsatz auf 2,1 Mrd. Franken geschätzt. Die Kostensenkungs-Massnahmen würden zu greifen beginnen, erklärte das Unternehmen.

Das Swiss-Management steckt momentan mitten in einer Phase drastischer Restrukturierungen, in deren Zug Personal und Flotte um einen Drittel verkleinert werden. Die Destinationen werden im Winterflugplan um 25 Prozent gekürzt.

Früchte im 2. Halbjahr ernten

Den alarmierenden Sinkflug konnte Swiss auch bei den flüssigen Mitteln einbremsen. Diese liegen nach 6 Monaten bei 811 Mio., Ende März waren es noch 913 Mio. Franken.

«Diese Zahlen zeigen deutlich, dass der Mittelabfluss im zweiten Quartal deutlich verlangsamt wurde», hiess es seitens der Swiss weiter. Die Früchte der Massnahmen würden aber im zweiten Halbjahr stärkere Auswirkungen zeigen.

Die britische Bank Barclay’s hatte der Swiss angeboten, ihr bei der Suche nach 500 Mio. Franken behilflich zu sein, um im nächsten Jahr am Himmel verbleiben zu können.

Der hohe Tagesverlust der Airline sank auf 1,1 Mio., nachdem der «cash burn» im ersten Quartal noch 3,3 Mio pro Tag betragen hatte.

Sitzauslastung leicht gesunken

Die Swiss transportierte im 2. Quartal 5,5 Mio. Passagiere, welche einen Umsatz von 1,7 Mrd. Franken generierten. Die Sitzauslastung betrug 68,7 Prozent.

Börse reagiert positiv

Berichte über ein mögliches Zusammengehen mit der Lufthansa hatten der Swiss-Aktie am Montag bereits einen Kursgewinn von 10% ermöglicht. Laut Händlern handelte es sich dabei um spekulative Käufe im Hinblick auf ein baldiges Abkommen mit einer Partner-Airline. Am Dienstag legte die Aktie zu Börsenbeginn noch einmal um gut 6% auf 14,0 Franken zu.

Schlimmes Halbjahr

Die Swiss hat eines der härtesten Halbjahre hinter sich. Sinkende Passagierzahlen, der Irak-Krieg, die SARS-Krise und die schlechte Wirtschaftslage setzten aber auch andere grössere Luftfahrt-Gesellschaften unter grossen Druck.

Zu einer ernsthaften Bedrohung der Swiss sind die Billigairlines geworden: «Der Preisdruck ist enorm», sagte Swiss-Chef André Dosé am Dienstag. Swiss starte ihre eigene Low-Cost-Offensive bereits Ende August.

«Die Billigairlines haben im Vergleich zum letzten Jahr stark zugelegt», erklärte Dosé an einer Telefonkonferenz zum ersten Semester dieses Jahres. Er zählte Germanwings und Air Berlin und andere, die erst starteten, zu den Airlines, welche die Swiss mit ihren Tieftarifen bedrängten.

Als Grund für den Erfolg der Billig-Konkurrenz sieht Dosé nicht nur deren schlanke Kostenstruktur, sondern auch das Abspecken bei der Swiss. Die Reduktion der Swiss-Flotte erlaube es den Low-Cost-Carriern, etwa im Zürcher Flughafen Unique zu expandieren und auf gewissen Rennstrecken die Swiss direkt zu konkurrenzieren.

swissinfo und Agenturen

Halbjahres-Verlust: 333 Mio. Fr. gegenüber Minus 447 Mio. in Vorjahresperiode.

Halbjahres-Umsatz: 2,1 Mrd. Franken.

Die Liquidität Ende Juni betrug 811 Mio., Ende März lag sie noch bei 913 Mio.

Swiss kürzt ab Oktober Personal und Flotte um einen Drittel, die Destinationen um einen Viertel.

Die Restrukturierung soll 200 Mio. kosten.

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