Swiss Pilots akzeptieren Entlassungsplan
Das Ja der Gewerkschaft zu den Swiss-Massnahmen bedeutet grünes Licht für die Entlassung von 526 ehemaligen Crossair-Piloten.
Die Swiss sondiert laut Verkehrskommissions-Präsident Peter Vollmer beim Bund offenbar auch über die Möglichkeit einer Nachlassstundung.
Die Swiss Pilots haben am Freitagabend dem Entlassungsplan der Schweizer Airline Swiss zugestimmt. 526 der insgesamt 950 ehemaligen Crossair-Flugkapitäne werden somit entlassen. Damit folgten die Piloten ihrem Vorstand, der sich am 16. Juli mit der Swiss geeinigt hatte.
Die Lösung kostet die Swiss über 50 Mio. Franken, die sie in Form von Entschädigungen an die zu Entlassenden ausbezahlen muss.
Swiss reagierte positiv
Bei einem Nein der Piloten wären für die Airline Klagen und die Fortsetzung des juristischen Streits die Folgen gewesen. Der Verband hätte dann den rechtlichen Weg weiter beschritten, den er mit dem erfolgreichen Gang vor ein Schiedsgericht angetreten hatte.
Mit der Einigung sei eine weitere wichtige Voraussetzung geschaffen, um die Restrukturierung der Swiss erfolgreich fortzusetzen, zeigte sich die Swiss in einer Reaktion erleichtert.
Es habe eine existenzbedrohende Konfliktsituation aus der Welt geschafft werden können. Alle Betroffenen dürften sich als Sieger fühlen, schrieb das Unternehmen.
Langer Streit
Die Zustimmung der Swiss Pilots zum Stellenabbau beendet ein langes Hickhack zwischen der Gewerkschaft der ehemaligen Crossair-Piloten und der Swiss.
Die Swiss Pilots forderten mit dem sogenannten Reissverschluss-Prinzip, dass gleich viele Piloten der ehemaligen Swissair und Crossair entlassen werden müssen. Ein Schiedsgericht hatte die Forderung der Gewerkschaft gestützt.
Einigungen mit allen Verbänden unter Dach
Geeinigt hatte sich die Swiss diese Woche auch mit der Gewerkschaft ihres Bodenpersonals. Auch in diesem wochenlangen Konflikt ging es um
Sparmassnahmen. Vereinbart wurden im Wesentlichen ein
Verzicht auf eine generelle Lohnkürzung, ein flexibles Arbeitszeitmodell
und die Verlängerung des Sozialplans für das Bodenpersonal.
Entlassungen nach dem Senioritätsprinzip
Bei der nun anstehenden Entlassung der 526 Piloten der ehemaligen Crossair wird nach dem Senioritätsprinzip verfahren: den jüngsten wird zuerst gekündigt. Die älteren Piloten können je nach Funktion die ausgehandelten Entschädigungen von 85’000 Fr bis 140’000 Fr. beziehen. Den verbleibenden Piloten wird ein Kündigungsschutz bis Ende Oktober 2005 gewährt.
Swiss-Probleme bleiben
Auch nach der Swiss-Pilots-Abstimmung bleiben die grössten Probleme der Swiss weiter ungelöst: Geld und Alleingang. Die Suche nach Kreditgebern für die dringend benötigten 500 Mio. Fr. führte offiziell noch zu keinem Erfolg. Mögliche starke Allianz- oder Fusionspartner tun sich bisher schwer mit der Schweizer Fluggesellschaft, die mit heftigen Turbulenzen zu kämpfen hat.
Vollmer: Nachlassstundung Thema
Dass bei der Swiss offenbar auch die Aufgabe ein Thema ist, bestätigte Peter Vollmer, der Präsident der nationalrätlichen Verkehrskommission, in einem Interview mit der Zeitung TAGES-ANZEIGER vom Samstag.
«Die Swiss hat beim Bund bereits sondiert, wie er sich zu einer Nachlassstundung stellen würde und was für Konsequenzen das hätte», wird der Sozialdemokrat zitiert. Diese Sondierungsgespräche über die drastische Massnahme würden bereits seit mehreren Wochen geführt, so Vollmer weiter.
swissinfo und Agenturen
Auf November streicht Swiss 25 Destinationen aus dem Flugnetz
Von den bisher 10’000 Stellen werden 3000 gestrichen
Im 1. Quartal ’03 erlitt Swiss einen Verlust von 200 Mio. Fr.
Im 1. Halbjahr ’03 sollen die Verluste 550 Mio. betragen
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