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Swissair: 4 Milliarden für Klagen

Sachwalter Karl Wüthrich kann nicht verstehen, dass die Aktien der SAirGroup weiterhin an der Börse gehandelt werden. Keystone

Der Swissair stehen Schadenersatz-Klagen in Milliardenhöhe aus dem Ausland ins Haus. Sachwalter Karl Wüthrich hat dafür vorsorglich 4 Mrd. Franken zurückgestellt.

Das bedeute jedoch nicht, dass dieser Betrag auch ausbezahlt werden müsse, erklärte Wüthrich, jetzt definitiver Sachwalter der SAirGroup, der Swissair und der Flightlease, am Freitag vor den Medien in Zürich.

Swissair-Flugzeuge momentan nicht gefährdet

Die Rückstellung sei eine Vorsichtsmassnahme. Die SAirGroup sieht sich möglichen Klagen aus Frankreich, Deutschland, Belgien und Portugal ausgesetzt. Falls Schadenersatz-Klagen von den jeweiligen ausländischen Gerichten gutgeheissen würden, fielen diese in die Forderungen dritter Klasse.

Inwieweit der Flugbetrieb der Swissair davon bedroht würde, etwa durch beschlagnahmte Flugzeuge auf ausländischen Flughäfen, konnte Wüthrich nicht abschätzen. Nach Belgien fliege die Swissair gar nicht mehr, und in Frankreich habe die Swissair rechtlichen Schutz. Und von den übrigen Ländern seien im Moment keine Drohungen gegenüber der Swissair im Raum.

Stabile Verhältnisse

Bei den sechs Gesellschaften in definitiver Nachlassstundung herrschten jetzt stabile Verhältnisse, sagte Wüthrich weiter. Die Swissair habe eine gute Auslastung, vergleichbar mit früheren Jahren.

Er erinnerte jedoch daran, dass die Nachlassstundung nur abgewickelt werden könne, wenn auch das am Donnerstag von der Crossair-GV gutgeheissene Projekt Phoenix Plus mit einer erweiterten Crossair auf der Basis 26/26 ausgeführt werde.

Und ohne die zusätzliche Bundesmilliarde Mitte Oktober hätte der Flugbetrieb eingestellt werden müssen. Zudem hätten flugnahe Betriebe ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können, sagte Wüthrich.

Totalverlust für Aktionäre

Nicht verstehen könne er, dass die Aktien der SAirGroup weiterhin an der Börse gehandelt würden, sagte Wüthrich: «Die Titel hätten schon längst von der Börse genommen werden müssen.» Die Aktionäre werden, da sie Eigenkapitalgeber sind, alles verlieren. Lediglich die Obligationäre als Fremdkapitalgeber können mit einer Nachlassdividende von 12 Prozent rechnen.

Die Verkaufs-Verhandlungen der einzelnen Swissair-Gesellschaften seien unterschiedlich weit, sagte Wüthrich. Der Verkauf von Swissport an Candover sei demnächst spruchreif. Atraxis befinde sich im Moment im Due-Diligence-Verfahren, ein Erstvertrag mit der texanischen Firma EDS sei bereits unterzeichnet. Der definitive Verkauf könne in den nächsten Tagen erwartet werden.

Bereits abgeschlossen sind die Verkäufe der deutschen LTU (für den symbolischen Preis von 1 Euro), von Rail Gourmet und Restorama. Wüthrich betonte aber, dass ein Verkauf nicht unter Zeitdruck abgewickelt werden dürfe, denn das senke den Preis.

swissinfo und Agenturen

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