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Swissair: Die Aktien im Sinkflug

Sorgenvoller Blick gen Aktienhimmel: Die Swissair Aktien stürzen nicht, fallen aber. Keystone

Die Aktien der Flugverkehrsholding SAirGroup sind am Donnerstag (23.11.) an der Schweizer Börse unter Druck gestanden.

Analysten begründeten den Abschlag damit, dass der Verwaltungsrat die Hoffnungen zahlreicher Anleger auf einen strategischen Entscheid am Mittwoch nicht erfüllt habe.

Die Aktien der SAirGroup fielen nach Handelsbeginn in ein Loch. Vorübergehend wurden die Papiere fünf Prozent unter dem Schlusskurs des Vortages gehandelt.

Im Verlaufe des Tags erholte sich der Titel wieder, blieb aber im Minus. Mitte Nachmittag wurden die Aktien für 255,50 Franken gehandelt, rund zwei Prozent billiger als am Vortag.

Alter Kurs – alte Probleme

Derweil gingen die Spekulationen um den künftigen Kurs des Konzerns weiter, nachdem der Verwaltungsrat an seiner ordentlichen Sitzung keine strategischen Entscheide gefällt hatte.

In einer kurzen Mitteilung war bekannt gegeben worden, dass ein Verkauf der Swissair, wie gerüchteweise erwartet worden war, nicht zur Diskussion gestanden habe und auch nicht stehe.

Der Nullentscheid der SAirGroup-Spitze wurde in den Medien als Rückenstärkung für Konzernchef Philipp Bruggisser interpretiert, der seit 1997 eine aggressive Expansions-Strategie mit Beteiligungen an meist kleineren Fluggesellschaften in ganz Europa fährt.

Ob diese Wertung richtig oder falsch ist, konnte Konzern-Sprecher Rainer Meier nicht sagen. «Ich weiss nicht mehr, als im Communique steht», meinte er.

Teure Expansion

Ziel der Einkaufstour unter dem Dach der so genannten Qualiflyer Group ist es, die Swissair in Europa als eigenständige Kraft im Konkurrenz-Kampf mit den grossen Luftverkehrs-Allianzen behaupten zu können.

Dieser Expansionskurs kostet allerdings viel Geld und wird durch die aktuellen Probleme im Fluggeschäft zusätzlich verteuert.

Im ersten Halbjahr erzielte der Konzern gerade noch drei Mio. Franken Gewinn. Das Fluggeschäft erlitt einen Betriebsverlust von 155 Mio. Franken. Zudem benötigt der Konzern gut 700 Mio. Franken für die Sanierung des deutschen Ferienfliegers LTU, sowie für die Zusammenführung von AOM, Air Littoral und Air Liberte in Frankreich.

Ob sich das wirtschaftliche Umfeld im zweiten Halbjahr weiter verschlechterte, wie gerüchteweise behauptet wird, zeigt sich erst im kommenden Frühjahr bei der Präsentation des Geschäftsabschlusses.

swissinfo und Agenturen

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