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Tag der Entscheidung

Die Crossair steht für den Neuanfang bereit. Keystone Archive

Wird es in Zukunft eine Schweizer Luftfahrt-Gesellschaft mit interkontinentaler Anbindung geben oder nicht? Der Bundesrat will am Montag seinen Entscheid bekannt geben. Eine Finanzspritze des Bundes scheint beschlossen zu sein - über alles Weitere wollen die Regierung und dann auch die Crossair demnächst informieren. Gemeinsam mit SF DRS überträgt swissinfo die Orientierung live.

In den vergangenen Tagen wurde generell mit einem Finanzbedarf von rund 4,5 Mrd. Franken für den Aufbau einer neuen Schweizer Airline nach der Variante 26/26 gerechnet. Dabei würde die Crossair je 26 Lang- und Kurzstrecken-Flugzeuge von der Swissair übernehmen.

Engagement des Bundes

Das Projekt soll gemeinsam durch die Wirtschaft und die öffentliche Hand finanziert werden. Wer wie viel bezahlt, ist offenbar immer noch heftig umstritten. Daniel Eckmann, Sprecher des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD), kleidete das Finanz-Dilemma am Sonntagabend in der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens DRS in ein diplomatisches Kleid: Es gebe «starke Signale» dafür, dass die Finanzierung gelinge. Allerdings bestünden noch Lücken.

Allgemein wird davon ausgegangen, dass der Bund bei einen Anteil von insgesamt rund 2 Mrd. Franken übernimmt. Allein eine Milliarde hat der Bund bereits zugesichert, um den Flugbetrieb der Swissair bis Ende März des kommenden Jahres aufrecht zu erhalten. Dieses Geld sei juristisch gesehen ein Darlehen, betonte Daniel Eckmann gegenüber Schweizer Radio DRS. Allerdings macht sich wohl niemand Illusionen über eine allfällige Rückzahlung.

450 Mio. Franken hatte der Bund bereits à fonds perdu nach dem Grounding der Swissair Anfang Oktober eingeschossen.

Leuenberger: Flughafen Zürich ist von nationaler Bedeutung

Bundespräsident und Verkehrsminister Moritz Leuenberger bekräftigte in einem Interview mit der «Aargauer Zeitung» vom Montag seine Auffassung, dass durch die Rettungsaktion der Schweizer Anschluss an ein Langstreckennetz garantiert werden solle. «Gleichzeitig soll das Land möglichst wenig Arbeitsplätze, Know-how und wirtschaftliche Werte verlieren. Deshalb ist der Bund bereit, sich stark zu engagieren», sagte Leuenberger.

Die künftige Schweizer Airline müsse deshalb über Interkontinental-Flüge verfügen, da dem Flughafen Zürich-Kloten ansonsten eine Mauerblümchen-Dasein drohe. Leunberger: «Ich kann mir nicht vorstellen, welche nicht-nationale Fluggesellschaft sich für einen Hub einsetzen würde. … Ich muss jetzt das schlimmste verhindern. Deshalb unternehme ich alles, damit weiterhin eine nationale Fluggesellschaft bestehen kann.»

Die Tagung der «Geheimräte»

Am Samstag haben sich Bundesräte, Grossbankiers, andere Wirtschaftsführer und Vertreter des Kantons Zürich in Zürich zu einer mehrstündigen Arbeitssitzung getroffen. Alle Beteiligten waren laut Eckmann auch am Sonntag an der Arbeit. Eine weitere Zusammenkunft war nicht geplant. «Vor Montag fällt kein Entscheid, und es gibt keinerlei Information», betonte der EFD-Sprecher.

Die einzige Information, die nach draussen dringt, ist der Zeitpunkt, wann genau der Bundesrat am Montag informieren will. Und diese Information ändert stündlich. Derzeit gilt der Termin 17.00 Uhr.

Crossair-Aktien steigen

Die Aktien der Crossair haben am Montagmorgen massiv zugelegt. Auch der Swissair-Titel befand sich leicht im Plus.

swissinfo und Agenturen

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