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UMTS: Statt Milliarden nur Millionen

Mit der Versteigerung der UMTS-Lizenzen verdient der Schweizer Staat keine Milliarden. Keystone

Die Schweizer UMTS-Auktion war im November kurzfristig abgesagt worden, weil nur vier Bewerber für vier Lizenzen übrig geblieben waren. Jetzt werden die UMTS-Mobilfunk-Lizenzen am Mittwoch (06.12.) doch noch versteigert.

Das grosse Geld wird damit nicht in die Bundeskasse fliessen. Departements-Vorsteher Bundesrat Moritz Leuenberger zeigte sich wenig erfreut über diese Aussichten.

Vergleich mit Europa

In Grossbritannien, Deutschland und den Niederlanden bescherten die Versteigerungen den jeweiligen Staatskassen einen wahren Geldsegen: In Holland konnte der Finanzminister umgerechnet 4 Mrd. Franken einstecken. Im Vereinigten Königreich betrug der Geldsegen gar 60 Mrd. Franken und in Deutschland waren es sensationelle 62 Mrd. Franken.

In Italien stellte sich hingegen die Vergabe von fünf UMTS-Lizenzen ebenfalls als Flop heraus. Die Auktion dauerte bloss zwei Tage. Der Fiskus musste sich mit knapp 19 Mrd. Franken begnügen.

Auch in Österreich war man enttäuscht. Das Auktionsergebnis von gut 1,2 Mrd. Franken lag deutlich unter den Erwartungen.

Folgen in der Schweiz

Gezeigt hat sich: Der Schweizer Markt ist weitaus weniger attraktiv, als prophezeit, obwohl rund die Hälfte der Bevölkerung mittels Handy kommuniziert und für das Jahr 2002, wenn Kommunikation per UMTS europaweit möglich sein soll, in der Schweiz Telefonrechnungen von gut 20 Mrd. Franken erwartet werden.

Unbeantwortet bleibt jedoch die Frage, wie eine derartige Fehleinschätzung passieren konnte. Selbstverständlich handelt es sich bei der Telekommunikations-Branche um eine noch neue, sich rasch wandelnde Branche voller Überraschungen. Dass jedoch der «worst case» bei der Auktion niemals in Betracht gezogen wurde, ist schwer nachzuvollziehen.

Carole Gürtler

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