WEF 2002 diskutiert über Unsicherheit
Die Zeit der Unsicherheit nach den Terroranschlägen vom 11. September steht im Zentrum des diesjährigen Weltwirtschafts-Forums (WEF).
Die Organisatoren haben ein Tagungsprogramm aufgestellt, das helfen soll, Strategien für den Umgang mit der weltweiten Unsicherheit und den Gefahren zu finden. Das WEF 2002 findet vom 31. Januar bis zum 4. Februar in New York statt.
Aus Solidarität war das WEF für dieses Jahr von Davos nach New York verlegt worden. Rund 3000 Teilnehmende werden erwartet. Zahlreiche Politiker, Unternehmer und Akademiker sollen in Workshops die neue Situation der Welt nach den Anschlägen in den USA erörtern, teilten die Organisatoren am Donnerstag mit.
Aus der Schweiz werden unter anderen Bundespräsident Kaspar Villiger sowie die Bundesräte Joseph Deiss und Pascal Couchepin sowie Staatssekretär David Syz nach New York reisen. Auch UNO-Chefanklägerin Carla Del Ponte nimmt am Forum teil.
Globale Herausforderungen
Die Veranstaltungen beschäftigen sich mit sechs globalen Herausforderungen: Sicherheit, nachhaltiges Wachstum, Bekämpfung der Armut, neue Aufgaben der Unternehmen, Respekt vor Fremden und neue Führungsansprüche, wie das WEF in einem Communiqué schreibt.
Weiter stehen auch Workshops zu den Themen Gesundheit, Ausbildung, Informations-Technologie und Landwirtschaft auf dem Programm. Immer im Zentrum werde die Frage nach dem Umgang mit den neuen Risiken und der erhöhten Verletzbarkeit der Weltwirtschaft stehen.
Weniger Handelsbarrieren
Die Globalisierung schreite auch nach dem 11. September voran, hält das WEF fest. Nun gehe es um die erfolgreiche Umsetzung der neuen an der letzten WTO-Ministerkonferenz beschlossene Welthandelsrunde.
Ärmere Länder sollen vom Abbau von Handelsbarrieren profitieren können und einen wirtschaftlichen sowie sozialen Aufschwung erleben, hiess es.
WEF-Rückkehr nach Davos offen
Die Rückkehr des WEF nach Davos ist laut WEF-Präsident Klaus Schwab noch offen. Er deutete an, dass das WEF einen neuen Veranstaltungs-Rhythmus bekommen könnte.
«Eine mögliche, ich würde sogar sagen eine wahrscheinliche Konzeption der Zukunft, ist die des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank», sagte Schwab.
Die Bretton-Woods-Organisationen haben eine feste Verankerung. Zwei aufeinander folgende Jahre findet das Treffen in Washington statt, jedes dritte Jahr wird weltweit ein anderer Standort ausgewählt.
«Ich könnte mir eine solche Konzeption auch für das World Economic Forum vorstellen», meinte Schwab. Die Entscheidung fällt der Stiftungsrat unmittelbar vor dem fünftägigen New Yorker Treffen. Verkündet wird sie zu dessen Ende am 4. Februar.
swissinfo und Agenturen
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