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Wirtschaft leidet nicht unter EU-Nein

Nach dem massiven Prost auf die Schweiz vom Sonntag befürchtet die Schweizer Wirtschaft keine negativen Auswirkungen. Keystone

Das massive Nein zur Initiative "Ja zu Europa!" hat keine negativen Folgen auf die Konjunktur der Schweiz. Diese Ansicht vertreten Ökonomen der Konjunktur-Institute und der Grossbanken in einer Umfrage der Nachrichtenagentur AP.

An negative Folgen durch die starke Ablehnung der Europa-Initiative glaubt der Leiter der Konjunktur-Forschungsstelle an der ETH Zürich, Bernd Schips, nicht.

Die wirtschaftliche Verflechtung mit dem Binnenmarkt sei schon lange manifest und habe sich von Jahr zu Jahr intensiviert. Angesprochen auf eine allfällige Verzögerung der Ratifikation der bilateralen Verträge sagte Schips lediglich, der Kalender des Bundesrats sei von Anfang an zu optimistisch gewesen. Es spreche aber nichts dagegen, dass die Ratifizierung am 1. Januar 2002 abgeschlossen sei.

Bilaterale müssen sich einspielen

Das Nein habe sich während längerer Zeit abgezeichnet, die Märkte seien damit nicht überrascht worden, sagte Thomas Kübler, Vizedirektor der BAK Konjunkturforschung Basel AG. Negative Auswirkungen etwa bezüglich Investitionen oder Zukunftsglaube seien damit kaum zu erwarten. Die bilateralen Verträge seien auf dem Tisch und müssten sich einspielen, daran werde auch das Ergebnis der Europa-Initiative nichts ändern.

Die entscheidenden politischen Diskussionen wie etwa über Kapital-Ertragsbesteuerung, Steuerflucht und Auskunftspflichten seien zudem längst lanciert.

Kapitalflüsse werden beeinflusst

Das Resultat sei erwartet worden und dürfte keine Konsequenzen haben, sagte auch UBS-Ökonom Oyvin Furustul. Auch eine allfällige Verzögerung werde höchstens minimale Auswirkungen haben. Längerfristig sei aber klar, dass die Integration der Schweiz in der EU die Kapitalflüsse beeinflussen dürfte.

An dieser Einschätzung habe sich nichts geändert. Das Resultat und die Betonung der Eigenständigkeit begünstigten allenfalls den Kapitalmarkt Schweiz, indem die Zinsen tiefer blieben, sagte Walter Metzler, Leiter Finanzmarkt-Analyse und Anlagepolitik bei Credit Suisse.

Das Abstimmungs-Resultat sei allerdings wirklich keine Überraschung.
Auf den internationalen Devisen-Märkten hatte das Nein des Schweizer Volkes zu «Ja zu Europa!» kaum spürbare Auswirkungen. Der Franken zeigte sich gegenüber dem Euro praktisch unverändert. Die Rolle der Schweizer Währung als sicherer Hafen sei weiterhin intakt, hiess es bei Analysten.

Spezialisten erwarteten, dass der Euro gegenüber dem Schweizer Franken durch das Abstimmungs-Resultat nicht beeinflusst wird, auch wenn sich längerfristig der Eindruck verstärken könnte, dass das Interesse an der Einheitswährung schwach bleibe.

swissinfo und Agenturen

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